Er liebt mich...er liebt mich nicht...

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Story zum 200. Kapitel!

Jetzt stehe ich hier oben. Und alles fing damals an. Ich war damals 15 Jahre alt, genauso wie er. Wie mein Freund. Bill, Bill Kaulitz. Er war ein ganz normaler Junge. Was denke ich da nur. Er ist ein ganz normaler Junge. Wir kamen damals im Sommer 2005 zusammen. Durch tausende Verkupplungsversuche unserer Freunde. Es wollte nie so recht klappen, nur der eine hatte es geschafft. Tom. Bills Zwillingsbruder und mein bester Freund. Wir waren ihm so dankbar dafür, was er für uns getan hatte. Er hatte es nie leicht mit uns. Aber trotzdem stand er uns immer bei Seite. Und Bill und ich, wir waren ein glückliches Paar. Ein richtiges Traumpaar, nannte man uns.
Bis zum August, ein ganzer Monat, ging auch alles gut. Bis zu dem einen Tag, welcher unser Leben einmal fristlos umkrempelte....

*Rückblick*

Ich saß gerade zu Hause und wartete, dass Bill mich endlich anrufen würde. Er war gerade mit seiner Band in Hamburg bei einer Plattenfirma. Ja, er hatte eine Band und ich war mächtig stolz auf sie. Er war der Sänger der Band „Devilish“, wie sie sich nannte, sein Zwillingsbruder Tom der Gitarrist, Gustav der Schlagzeuger und Georg der Bassist. Die Zwillinge hatten die beiden in einem Club in Magdeburg kennen gelernt. Die vier waren nun schon seit einer Woche weg und heute sollten sie zurückkommen. Mit oder ohne Plattenvertrag- das war die Frage.
Ich vertrieb mir die ganze Zeit mit Musik hören und starrte schon nahezu das Telefon, welches ich in meiner Hand hielt, an. Mit der Hoffnung, dass es endlich klingeln würde. Und das tat es auch. Nach ganzen drei Stunden.
„Ja?!“, ging ich ran.
„Hey mein Schatz. Ich bin’s Bill.“, meldete sich mein Freund gut gelaunt.
„Hey, endlich. Na, wie geht’s?“, freute ich mich.
„Super. Aber magst du rüber kommen?! Ich habe viel zu erzählen.“, ich merkte, wie er am anderen Ende der Leitung ein riesen grinsen in seinem  Gesicht bekam.
„Klar, gib mir 10 Minuten.“, sagte ich noch schnell und schon legte ich auf, ohne noch einmal tschüss zu sagen. Viel zu sehr freute ich mich, ihn wieder in den Arm nehmen zu können, oder ihn zu küssen.
Nachdem ich das Telefon wieder in die Ladestation gelegt hatte, schnappte ich mir schnell meine schwarz-weiß karierte Umhängetasche und steckte mein Handy und meinen Schlüssel ein. Danach lief ich die Treppe hinunter in das Wohnzimmer, wo ich meine Mutter auffand. Mit meinem Vater hatte ich schon lange keinen Kontakt mehr. Als ich drei Jahre alt war, verließ er mich und meine Mutter. Für eine andere Frau. Und seitdem hatte ich auch keinen Kontakt mehr, aber nur, weil er es nicht mehr wollte. Endgültig wollte er mit uns abschließen, erzählte mir meine Mutter ein paar Jahre später, als ich das Thema schon etwas mehr und besser verstand. Aber dennoch war ich immer ein glückliches und lebensfrohes Mädchen. Ich hatte viele Freunde und war oft unterwegs. Als ich mit 13 in meine Clique kam, fing es an, dass wir immer auf Parties gingen oder ich meinen ersten Freund hatte. Auch Bill war in dieser Clique. Neben ihm noch Tom, Anna, Kim, Mario und ich. Wir sechs hielten in jeder Situation zusammen und als wir nach Wolmirstedt auf das Gymnasium kamen, wuchs unsere Clique. Andi kam dazu.
„Hi, Mum.“, sagte ich mit einem breiten grinsen im Gesicht und setzte mich kurz neben sie auf die Couch. Der Fernseher lief. Irgendeine komische Gerichtsshow. Wie ich diese doch hasste. 
„Na.“, lächelte sie mich an. „Ist Bill endlich wieder da oder warum grinst du so glücklich?“, sie konnte mir wirklich alles von der Nasenspitze ablesen. Sofort fing ich noch mehr an zu grinsen.
„Ja. Und ich wollte eigentlich nur sagen, dass ich jetzt rüber gehe, okay?! Schließlich will ich wissen, ob meine vier Jungs ihren Plattenvertrag bekommen haben.“, teilte ich ihr mein Vorhaben mit.
„Achso, okay. Dann grüß mir die Jungs mal. Ihr könnt später ja mal rüber kommen und mir erzählen, ob sie ihn bekommen haben, mmh?“, schlug sie vor und strich mir meinen seitlich geschnittenen Pony etwas aus den Augen. Meine Mum verstand sich prächtig mit den Jungs. Und nicht nur mit denen. Auch ihre Eltern waren mit ihr sehr gut befreundet. Das wünschte sich ja eigentlich jedes Kind. Dass sich die Eltern untereinander auch verstanden. Besser konnte es gar nicht sein. Die vier Jungs, und auch die anderen aus der Clique, waren hier immer herzlich Willkommen und in den Ferien gab es sogar Tage, da verbrachten sie die ganze Zeit hier. Manchmal sogar an die zwei Wochen. Aber es freute meine Mutter, dass ich so gute Freunde hatte. Sie wusste natürlich auch gleich, dass ich Bill toll fand, als die Zeit anfing. Ich ging immer zu ihr und fragte nach Rat, wobei sie immer einen parat hatte. Und wenn mich jemand fragen würde, wer der tollste Mensch auf dieser Erde wäre, würde ich immer sagen: Meine Mama!
„Klar, können wir machen.“, zwinkerte ich ihr zu. „Ich gehe dann mal. Bis später.“, bevor ich mich erhob, gab ich ihr noch einen kleinen Kuss auf die Wange. Danach ging ich in den Flur, zog meine Chucks an und verschwand aus dem Haus. Für eine Jacke war es ja schließlich noch zu warm. Zu dem Haus der Kaulitz’ war es Gott sei dank nicht so weit und so war ich nach knappen drei Minuten schon im Vorgarten des kleinen Hauses. Als ich gerade die Klingel betätigen wollte, wurde vor meiner Nase schon die Tür aufgerissen. Erschrocken sah ich mein gegenüber an.
„Tom!“, quiekte ich und fiel ihm um den Hals.
„Hey!“, freute er sich genau so wie ich und grinste mir, nachdem wir uns wieder los ließen, mächtig entgegen. Da musste wohl irgendwas richtig gut für ihn und seine Band gelaufen sein.
„Wo ist Bill?“, fragte ich ihn auch schon, als ich meine Schuhe auszog und Tom die Tür schloss.
„Oben.“, grinste Tom nur knapp. Skeptisch sah ich ihn an.
„Du grinst so komisch. Aber warum, werde ich sicher gleich erfahren.“, lachte ich und lief die Treppe hoch. Natürlich direkt in Bills Zimmer- wohin auch sonst?! Als ich sein Zimmer betrat saß er gerade an seinem Schreibtisch. Sein Laptop vor ihm. Ich schlich mich leise zu ihm und hielt ihm von hinten die Augen zu. Er zuckte leicht zusammen.
„Dani?!“, riet er und legte seine Hände auf meine und zog sie somit vor seinen Augen weg. Sofort drehte er sich um, als er mein Gekicher hörte.
„Oh mein Gott. Hi.“, quiekte er in einem schrillen Ton auf, was mich noch mehr zum Lachen brachte, sprang von seinem Schreibtischstuhl und nahm mich einmal ganz fest in den Arm. Als wir uns aus unserer Umarmung lösten, sah er mich einen Moment an und schon legte er seine Lippen auf meine. Was daraus folgte, war ein wunderschöner, langer Zungenkuss.
„Ich habe dich echt vermisst. Auch wenn es nur eine Woche war.“, lächelte ich meinen Freund an.
„Und ich dich erst.“, grinste dieser und zog mich Richtung Bett, auf welches wir uns auch gleich legten. Eng aneinander gekuschelt lagen wir da, bis ich auf die wichtigste Frage meines ganzen weiteren Lebens kam.
„Was ist eigentlich mit eurem Vertrag?“, ich stützte mich leicht auf meinem Ellbogen ab und sah meinen Freund gespannt an. Wie auf Knopfdruck fing er an zu grinsen.
„Sag nicht, ihr-.“, fing ich an und hatte genau so ein grinsen auf dem Gesicht, wie Bill.
„Doch!“, rief er aus. Mit erstaunlicher Miene und einem schüttelnden Kopf fiel ich ihm um den Hals.
„Boah, herzlichen Glückwunsch!“, freute ich mich für ihn. Ich drückte ihn ganz fest an mich.
„Und jetzt wird mein Freund ein riesen großer Star und ganz Deutschland wird ihn kennen!“, strahle ich stolz, ohne zu wissen, was er mir eigentlich noch zu sagen hatte und was ich im Verlauf der nächsten halben Stunde ins Gesicht gesagt bekam.
„Na ja, aber wir nehmen bald das erste Album auf.“, er grinste bis über beide Ohren.
„Ich bin so stolz auf dich.“, war der letzte Satz, den ich noch sagte, bevor Tom ins Zimmer kam.
„Tom. Herzlichen Glückwunsch.“, sofort sprang ich auf und fiel auch ihm um den Hals, um ihn einmal richtig zu drücken. „Wow, nicht so stürmisch. Aber danke.“, grinste auch dieser bis über beide Ohren. Heute war wohl der Tag der grinsenden. Was man uns bei einer so freudigen Nachricht auch nicht verübeln konnte, oder?!
Ich erfuhr noch ein bisschen von Tom und Bill, wie das im Tonstudio war, wo sie einige ihrer Songs vorgespielt hatten, und wie das mit dem Vertrag ablief.
„Na ja, David und die anderen aus dem Team haben sich halt zusammengesetzt und ihre Entscheidung gefällt. Wir mussten aber eine Nacht drüber schlafen und ich sage dir, es war die schrecklichste Nacht meines Lebens.“, grinste Bill. „Aber dann am nächsten morgen, trommelten sie uns alle im Studio wieder zusammen und teilten uns mit, dass wir ihn hatten und sofort unterschreiben durften. Was wir dann natürlich auch gleich taten, nachdem wir uns alles durchgelesen hatten. Im Laufe der nächsten Woche müssen nur noch unsere Eltern unterschreiben und schon stehen wir fest unter Vertrag.“, plapperte er munter weiter.
„Na, ja, wenn es da-.“, fing Tom murmelnd an und bekam sofort einen bösen Blick von seinem Zwilling zugeworfen. Als ich beide Jungs nur skeptisch ansah und meinen Blick zwischen den beiden hin und her schweifen ließ, lächelten sie mich nur unwillkürlich an.
„Ähm, wenn was?“, irgendwie kam mir das Gemurmel, was Tom eben von sich gegeben hatte, komisch vor. Fragte nach.
„Nix, nix.“, setzte Bill wieder sein lächeln auf, was aber nicht mehr allzu echt rüber kam wie zuvor.
„Bill!“, ermahnte ihn sein Zwilling. „Ich glaube, du musst hier noch was klarstellen. Ich bin mal drüben in meinem Zimmer.“, und schon war er verschwunden. Was sollte das denn bitte?! Doch anstatt irgendetwas zu sagen, geschweige denn in meine Richtung zu schauen, hing mein Freund seinen Gedanken nach und sah auf den Boden.
„Bill!“, sprach ich meinen Freund an, da er mich gar nicht mehr wahrzunehmen schien und ich das Gefühl hatte, er sei in einem Traum verschwunden. Schlagartig blickte er auf, sah mich an.
„Es...na ja. Also so toll wie sich die ganze Sache jetzt auch anhört...es gibt da ein Problem. Ein riesen Problem um ehrlich zu sein.“, schon wieder stoppte er. Sofort bekam er einen durchdringenden Blick von mir zugeworfen, welcher sich mit Skepsis vermischte. Und als er wieder anfing zu reden, durchströmte ein seltsames Gefühl mein Körper – Angst?!
„Das Kleingedruckte auf dem Vertrag sozusagen...!“
„Sag schon, Bill!“, ermahnte ich ihn wieder streng, als er kurz davor war, zu stoppen. Lange hielt ich diese Ungewissheit nicht mehr aus.
„David, der Manager...er meinte, dass man nur einen Vertrag bekommt, wenn...“, man merkte wie schwer es ihm fiel. „...wenn man keine Freundin hat. Sozusagen eine Vorraussetzung. Es gibt verschiedene Gründe dafür.“, als Bill diese letzten beiden Sätze aussprach, dachte ich, eine Welt würde für mich zusammen brechen. Wie versteinert saß ich da. Quetschte nur ein: „Soll...soll das heißen, dass...dass es aus ist?!“ hervor. Presste sie aber in den nächsten kommenden Sekunden schon wieder stark aufeinander.
Hatte schreckliche Angst vor dem, was er sagen würde.
„Nein...hey, Dani.“, er kam sofort näher an mich heran gerückt, nahm meine Hand, die ich reglos auf meinem Schoß liegen hatten.
„Das heißt es sicher nicht. Hey, komm’, wir beide bekommen das hin und die anderen drei Jungs helfen uns auch!“, redete mein Freund auf mich ein. Sofort fiel mir ein riesen Stein vom Herzen. Auch wenn diese Antwort natürlich nicht das ganze Problem löste.
„Wie...wie stellst du dir das denn bitte vor, Bill?“, fast übersehbar schüttelte ich mit dem Kopf. Richtete meinen Blick in seine Richtung und sah in diese wunderschönen braunen Augen. Die, die so viel Geborgenheit und wärme ausstrahlten.
„Wir halten es geheim. Ich weiß, das hört sich nicht leicht an, aber wir schaffen das zusammen, dass das Management und die Öffentlichkeit es nicht mitbekommt!“, sagte er hoffnungsvoll und mir kam es so vor, als ob er die Luft anhielt, und erst dann wieder ausatmen würde, wenn ich meine Zustimmung gab.
„Bitte, Dani...“, hauchte er in die Stille. Flehend.
„Bill...ich...“, doch anstatt noch irgendwas sagen zu können, merkte ich, wie mir lautlos die Tränen aus den Augen rannen.
Ich ließ mich in Bills Arme fallen.
„Ich...ich liebe dich doch!“, brachte er wieder mit ängstlicher Stimme hervor. Flüsterte es fast schweigend in mein Ohr und sein griff wurde immer fester – er drückte mich doller an sich. „Ich dich auch...“, schweigend saßen wir da. Arm in Arm. Und schon dort ging es mir durch den Kopf, dass dieser Weg, der vor uns lag, alles andere als leicht werden würde!
Es vergingen zwei Stunden, in denen Bill und ich einfach nur dasaßen. Ab und zu redeten wir – aber auch nur das nötigste.
„Mmh, wollen wir ein bisschen zu mir rüber? Meine Mum hat sich auch...auch schon auf euch ge-gefreut.“, stotterte ich ein wenig ungewiss.
„Ja...ja klar.“, nickte Bill. Noch nie war die Situation zwischen uns so angespannt. Wir standen auf und tapsten die Treppe hinunter.
„Siemone...ich...wollte nur tschüss sagen!“, teilte ich der Mutter meines Freundes mit. Sie sagte nur mit skeptischem Blick ein „Tschau“ in unsere Richtung. Ob sie nichts von der ganzen Sache wusste?!
*Rückblick Ende*

Dieser Tag war der schlimmste Tag in meinem ganzen Leben. Die Situation zwischen Bill und mir war angespannt. Ich konnte es immer noch nicht wirklich glauben, was er mir da mitgeteilt hatte. Das er keine Freundin haben durfte und wir es geheim halten mussten. Ich dachte viel darüber nach und war oft in einer anderen Welt – dachte nach. Bill weckte mich oft aus meinen Tagträumen und fragte, ob wirklich alles in Ordnung sei, was ich immer wieder bejahte. Doch in Ordnung war bei mir in diesem Moment rein gar nichts. Ich wusste nicht, wie ich das mit Bill hinbekommen sollte. Aber er versicherte mir immer und immer wieder, dass wir das schaffen würden.
Ich wusste nicht, wie wir es geschafft haben, aber letztendlich vergingen ganze 4 Monate, wo es geklappt hatte. Keiner aus dem Team oder in der Öffentlichkeit ahnte irgendetwas – glaubten zumindest wir. Und dennoch ging es mir von Tag zu Tag schlechter. Ich weinte viel und saß nur noch alleine zu Hause rum. Ließ meine Clique im Stich, ließ keinen mehr an mich heran. Wollte einfach nur alleine sein und Bill endlich wieder sehen. Jedes Mal wenn er nicht da war, spielte sich das gleiche Spiel ab... Es schlauchte mich unheimlich, dass ich immer aufpassen musste, was ich sagte, oder mit wem ich mich blicken ließ. Wie ich mich mit Bill blicken ließ. Ich vermisste ihn. Viel zu gerne wäre ich mit ihm Hand in Hand in der Fußgängerzone lang geschlendert oder hätte ihn geküsst. Als er auf Tour war, dachte ich viel nach. Zwischenzeitlich hatte ich sogar den Entschluss gefasst, das nächste Mal, wenn wir uns sehen würden, einen Schlussstrich unter unsere Beziehung zu ziehen – auch wenn ich ihn noch über alles liebte -, doch jedes Mal, wenn er nach Hause kam und ich sah, wie er sich auf mich freute, machte ich einen Rückzieher. Immer wieder versuchte ich es, aber dennoch stoppte mein Gefühl mich. Dieses eine Gefühl, was ich da hatte, wenn ich mit ihm zusammen war. Das Gefühl der Liebe. Immer wieder, wenn ich in seine wunderschönen braunen Augen sah, hatte ich da dieses Gefühl. Unbeschreiblich schön...
Es verging ein halbes Jahr. Die Jungs waren gerade wieder von ihrem zweiten Teil der ‚Schrei-Tour’ zurückgekehrt. Wieder saß ich zu Hause und wartete auf Bill und er kam auch. Er meinte, er müsste mit mir heute noch mal zum alten Proberaum der Jungs, da David dort auf ihn warten würde – und auf mich! Irgendetwas Dringendes wollte er mit uns besprechen. Aber was?! Als Bill mir das erzählte, bekam ich unheimlich viel Angst. Wir hatten es doch schon so lange geheim gehalten, es war doch nichts raus gekommen?!

*Rückblick*
„Hey, ihr beiden. Ähm, Bill, komm bitte erstmal alleine rein. Dani, wartest du bitte draußen, wir holen dich dann später dazu.“, mit einem kalten Blick sah David mich an, hielt die Tür für Bill einen Spaltbreit auf, damit er in den Raum treten konnte.
„O-Okay.“, nuschelte ich stotternd. Bill sah mich noch einmal ängstlich an und verschwand dann mit David in dem Raum. Nervös ging ich vor der Tür auf und ab. Ich runzelte die Stirn und überlegte Krampfhaft, was David von mir und meinem Freund zu wollen schien. Aber eigentlich hätte ich es mir doch denken können, oder etwa nicht? Wollte ich den Gedanken, dass der Produzent und Manager unserer heimliche Beziehung herausbekommen hatte, verdrängen? Hatte ich Angst vor dem, was passieren würde, wenn es so wäre? Ja, das hatte ich und das wusste ich auch!
Diese Ungewissheit war unerträglich. Als ich bei meinem hin- und hertapsen auf dem dunklen Flur wieder an der Tür, hinter der sich die beiden befanden, stand, konnte ich nicht anders. Ich ging näher zur Tür, stellte mich an sie heran und legte meinen Kopf zur Seite. Horchte mit meinem Ohr an dem alten Holz, aus welchem die Tür bestand. Hoffte, irgendetwas zu hören. Doch ich konnte nur vereinzelte Wortfetzen wahrnehmen:
„Aber, Bill...sie und du...wie soll das gehen...entscheide dich...“, hörte ich Davids Stimme durch die Tür. Als ich die restlichen Wörter hörte, durchfuhr mich ein kalter Schauer.
Wie versteinert blieb ich vor der Tür stehen. Die Schritte, die von drinnen immer näher kamen, bemerkte ich gar nicht. Was sollte das? Warum stellte er, David, seinen Schützling so vor die Wahl. Warum tat er das?! Ich verstand das ganze nicht. Mir liefen wortlos die Tränen meine Wangen hinunter. Schon Wochen zuvor war ich verzweifelt deswegen, aber immer wieder war Bill da, der mir sagte, dass wir das hinbekommen würden und dass uns nichts auf der Welt trennen würde. Aber innerlich hatte ich dieses Gefühl, dass David das bald schaffen würde. Und wenn nicht...wenn Bill sich wirklich für mich entscheiden würde, dann hätte ich ihm seinen Traum zerstört. Aber genau das war es, was mich in den letzten Tagen, wo so viele Tränen geflossen waren, fertig gemacht hatte. Genau das wollte ich nicht. Wenn es auf so eine Art und Weise nicht ging, dann müsste ich einen anderen Entschluss fassen, außer mit Bill Schluss zu machen, dass er glücklich sein kann, ich nicht da wäre und er keinesfalls seinen Traum für mich aufgeben müsste...
„Dani...ko-...kommst du bitte rein?“, hörte ich auf einmal Davids Stimme. Mitten im Wort blieb er stecken, sah mich wohl weinend vor der Tür stehen.
„Äh, ja...ja, klar.“, ich wischte mir so unauffällig wie nur möglich die Tränen unter meinen Augen von den Wangen und ging in den Raum. Bill saß auf dem Sofa. Als ich ihn ansah, senkte er noch einmal seinen Blick, wischte sich unter seinem Auge herum. Hatte er etwa geweint?!
Ich setzte mich neben ihn, David uns gegenüber auf einen alten bald auseinander fallenden Hocker.
„Alles okay?“, wollte ich wissen und wollte somit meine Gewissheit über das letzte Gespräch von Bill und seinem Manager verstecken.
„Man, Dani...Jetzt tu mal nicht so, ja! Ich weiß genau, was bei euch abläuft, oder denkst du echt, dass ich so dumm bin, mhm?“, fing er an mich anzuschreien. Vor schreck riss ich meine Augen auf, sah ihn starrend an. Ich merkte nur, wie Bill seine Hand auf mein Knie legte, doch ich schüttelte es ab. Wenn es einen falschen Zeitpunkt dafür gab, dann jetzt.
„Ja toll, wir sind zusammen. Aber David, kennst du eigentlich dieses Gefühl. Dieses Gefühl der Liebe?! Nein! – Du kennst es nicht. Du hast ein Herz aus Stein! Und jetzt streite es ja nicht ab, weil wenn du ein Herz hättest, da ganz tief drinnen, wenn da nur ein Hauch von Gefühl drin stecken würde, dann würdest du wissen, wie das ist, wenn man nicht lieben darf! Und genau so fühlt sich Bill! Aber wie sollst du das schon groß wissen, du hast doch keine Ahnung...Auf was die Jungs sich nur eingelassen haben! Ich könnte dir in deine Fresse kotzen, weißt du das eigentlich?! Weißt du eigentlich, wie ich dich hasse?! Du hast mich und Bill so sehr leiden lassen! Wir beide gehen daran kaputt! Verdammt, wir lieben uns! Wir können nicht mehr ohne den anderen, man. Check das, ja?! Du hast mich mit deinem Gemache und Getue die letzten Monate zu einem Wrack gemacht. Guck mich doch mal an. Die sonst so Eitle Daniela läuft ungeschminkt rum. Guck doch mal, wie mein Gesicht aussieht. Verheult und ungepflegt. Und warum?! Weil ich den ganzen Tag nur noch in meinem Zimmer sitze, keinen mehr an mich ranlasse! Und das, was in den nächsten 24 Stunden passiert, David, dafür können dir alle, wirklich alle die Schuld geben! Du kannst ein schlechtes Gewissen haben und gib dir selber die Schuld. Junge, lern zu lieben und dann versetz dich in unsere Lage. Dann kannst du noch mal mit Bill darüber reden und eventuell checkst du, was du uns angetan hast. Und zu was du es gebracht hast!“, schrie ich auf David ein. Ich war aufgesprungen, Tränen liefen mir über die Wangen. In Sturzbächen rannen sie über meine Wangen. Ja, zu was David es gebracht hatte, würde er heute sicherlich noch erfahren. Mein Entschluss war gefasst. So konnte es nicht weiter gehen! Ich sah noch einmal zu meinem schwarzhaarigen Freund der einst mal mein bester Freund war. Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie ich neu in die Clique kam. Sofort verstanden wir uns. Waren von Anfang an super Freunde. Beste Freunde und daraus entwickelte sich Liebe. Nie hätte ich gedacht, dass es so zu Ende geht, nie...! Dann schweifte mein Blick zu ihm hinüber. Zu David. Er hatte mich dorthin gebracht, wo ich nun bin. Er hatte Bill dahin gebrach, wo er jetzt war. Glücklich war er nicht, aber dennoch wollte er seinen Traum leben. Ich wusste selber nicht, warum er sich überhaupt noch so lange auf David einließ. Auf den einließ, der ihn kaputt machte. Ich wollte ihm seinen Traum nicht zerstören, wollte, dass er wenigstens das bekommt, was er haben will...
Es stand fest, ich musste hier weg!
Ich sah Bill noch einmal an, hauchte unter Tränen ein „Es tut mir Leid, ich liebe dich.“, und rannte aus dem Proberaum. Das hinterher gerufene von Bill nahm ich gar nicht mehr wahr. Ich wollte ihn nicht noch länger unglücklich machen, ich rannte, musste weg von hier. Ich, sein Unglück musste ihn alleine lassen...
Ich hielt es für das beste. Das was ich vorhatte, würde sein Leben um einiges erleichtern. Um sehr viel sogar...
Mein Entschluss war gefasst und wenn ich ehrlich mit mir selber war, habe ich schon längere Zeit darüber nachgedacht. Über das, was gleich passieren würde. Es gab nur einen Ausweg. Die letzten drei Wochen bekam ich immer mehr das Gefühl, kaputt zu gehen, es nicht mehr lange zu schaffen und Bill damit kaputt zu machen. Mit meiner Liebe. Denn mit dieser Liebe machte ich seinen Traum kaputt. Und das wollte ich nicht. Ich hatte zu Hause alles bereit gelegt, ein Brief für meine Mum, einen für Andi, Mario, Anna und den Rest der Clique. Und ganz besonders wichtig – der Brief für Tom und Bill! Meinem Freund und meinem besten Kumpel!
Ich rannte. So schnell wie meine Beine mich trugen rannte ich davon. Durch den Wald, auf einer alten Landstraße entlag. Ich hatte mein Ziel genau vor Augen. Ich wusste nicht, wie ich dorthin kam, aber wie von selbst brachten meine Beine mich zu diesem Platz. Ich sah den Weg vor meinen Augen kaum, weil meine Augen sich immer wieder neu mit Tränen füllten. Ich konnte sie nicht zurückhalten. Es ging nicht mehr. Wie so vieles nicht mehr ging und ich erhoffte aus meiner Entscheidung eine Erleichterung...
Als ich angelangt kam, an dieser Brücke, wo wir als Clique früher schon viele Tage verbracht hatten, auf dieser Brücke in Magdeburg, in einem kleinen Wald, die, die schon als Session für ein Fotoshooting der Jungs missbraucht wurde, blieb ich stehen. Es war eine alte Eisenbahnbrücke. Sie war verlassen, es fuhr schon Jahrelang kein Zug mehr und unter ihr führte ein tiefer Fluss entlang. Langsam ging ich näher an die Brücke heran, betrat sie, packte an ihr kaltes, altes Geländer. Ich war mir sicher, wusste, dass ich das richtige tat. Auch wenn ich viel zu vielen Menschen wehtun würde damit...ich konnte nicht mehr. Es war die einzige Entscheidung....
*Rückblick Ende*

Immer noch habe ich dieses flaue Gefühl im Magen. Doch ich muss es hinter mich bringen. Zu Hause liegt alles bereit. Kurz bevor ich mit Bill zum Proberaum gefahren bin, habe ich mich an meinen Schreibtisch gesetzt, Zettel und Stift herausgeholt und habe geschrieben. Habe ihnen, den Menschen die ich liebe, alles erklärt – in diesen Abschiedsbriefen. Ich habe schon Wochen zuvor welche dieser Art geschrieben. War schon auf alles vorbereitet und keiner bemerkte etwas, ahnte etwas. Aber immer wieder verbrannte ich sie, wenn Bill bei mir gewesen war. Danach war ich für einige Stunden glücklich und in diesen Stunden vernichtete ich sie. Wollte diese Entscheidung nicht treffen. Und dennoch holte mich dieses Treffen heute mit David wieder zu meiner Entscheidung zurück. Ja und meine Beine trugen mich hier her. Ich seufzte noch einmal, sah noch einmal runter in das kalt scheinende blaue Wasser. Danach hob ich mein erstes Bein, kletterte über das Geländer und stellte mich dahinter ab. Ich stand auf der Kante der Brücke, nah an dem wo ich hin wollte. Nur das los lassen der Hände und ein Schritt nach vorne, trennten mich von ihm. Dem Tod! Ich stand da, starrte wieder mit Tränengefüllten Augen und Tränenüberdeckten Wangen auf der Brücke, hielt mich hinter mir an dem Metallgeländer fest. Ich sammelte meine Gedanken, war bereit, doch ich vernahm einen ruf, einen Spitzenschrei. Abrupt drehte mich um. Von weitem sah ich einen großen Jungen angerannt kommen. Er hatte lange schwarze Haare, aber das konnte doch nicht...
„Dani! Neiiin, bitte!“, vernahm ich auf einmal Schreie. Dieser Schrei verließ mit Tränenerstickter Stimme den Mund des Junges. Des Jungens, welcher mein Freund ist...Bill...
„Bleib stehen, Bill. Bleib wo du bist!“, schrie ich, als er kurz davor war, auf den Übergang von Landstraße und Brücke zu gehen.
„Nein, tu’ mir das nicht an,... bitte nicht...Ich liebe dich doch! Lass mich nicht allein’, bitte!“, Bill blieb stehen, hielt sich seine Hände vor die Augen und ließ sich nach vorne auf die Knie fallen.
„Bill...ich...es geht nicht anders...ich habe keine andere Wahl, bitte versteh’ mich...Bitte lies’ den Brief, der auf deinem Schreibtisch liegt, bitte...“, ich wurde immer leiser, immer mehr Tränen verließen meine Augen. Würde ich nicht auf dem Vorsprung der Brücke stehen, wäre ich zusammen gebrochen - unter Tränen. Es zerriss mir das Herz, Bill da so auf de Landstraße knien zu sehen, seinen Kopf in die Hände gelegt, weinend.
„Dani...wir schaffen das. Ich höre auf mit der Musik. Nur für uns. Für unsere Zukunft, bitte! Ich liebe dich, tu’ mir das nicht an!“, mein Freund hob seinen Kopf aus seinen Händen. Seine schwarze Schminke war auf seinen Wangenknochen verteilt, mit Tränen verwischt. Ich konnte mir das nicht mit ansehen. Desto schneller ich es hinter mich gebracht hatte, desto weniger würden wir leiden – wir beide, Bill und ich!
„Es geht nicht mehr, Bill, ich will dir nicht deinen Traum zerstören! Ich bin stolz auf dich und auf die anderen auch. Macht so weiter, bitte...aber tut mir einen Gefallen...lasst euch nicht von diesem miesen Schwein fertig machen...bitte nicht...ihr geht daran weiter kaputt...wenn ihr merkt, dass es nicht mehr geht, dann hört auf, brecht es ab...tut es für die anderen, die euch nicht leiden sehen wollten, ich bitte euch...und ihr wisst, sie stehen alle hinter uns...Bill, bitte halt durch, tu es für mich, aus Liebe zu mir...Und ich, ich tue das alles hier nur aus Liebe zu dir...ich werde dich von da oben beschützen Bill, ich werde deine Engel sein, dein Schutzengel, ich lasse dich nicht alleine...und vergiss nicht, ich bin stolz auf dich...ich, ich liebe dich...und denk’ an diesen einen Satz, weshalb ich es gemacht habe: Alles aus Liebe!“, ich sah zu Bill, er sah zurück. Fassungslos, er gab keinen Ton von sich, starrte mich regungslos an. Und bevor er noch irgendwas sagen konnte, ließ ich meine Hände von dem kalten Geländer gleiten, merkte nur noch, wie ich nach vorne kippte, wie mir die kalte Luft der mir durch das Gesicht wehte.
„Tu’ mir das nicht an...“, mit diesem letzten Satz meines Freundes wurde mir schwarz vor Augen. Er echote mir immer und immer wieder im Ohr wider. Ich hörte einen Schrei, er kam von ihm und schon war ich weg...in einer anderen Welt?!

# Der schwarzhaarige Junge sitzt weinend am Bett seiner Freundin. Sie ist gesprungen. Vor einem Monat ist es passiert. Der Sänger der Teenieband, schluchzt leise auf, immer wieder wenn er den regungslosen Körper seiner blonden Freundin ansieht. Die, die er so sehr liebt...Sie hatte das alles aus Liebe getan, hatte sie gesagt. Doch er wollte das nicht, wollte das alles nicht so weit kommen lassen. Jeden Tag saß er Tag und Nacht an diesem Bett, in welchem seine Freundin lag. Sie lag im Koma. Nachdem sie gesprungen war, gab es nicht viele Überlebenschancen, doch die Ärzte taten alles, und sie hatten es geschafft, sie wieder in das Leben zu holen. Sie lag noch im Koma – jedoch war sie nicht tot. Sie lebte. Doch wie lange sie noch in diesem Koma liegen würde, wusste keiner. Der Junge redete ständig mit ihr, dass sie schnell wieder aufwachen solle, dass er sie liebte und alle auf sie warten würden. Er war der einzige, der nicht aufgab. Die Eltern und Freunde des Mädchens schöpften nicht mehr viel Hoffnung, aber er, er wusste, dass sie kämpfen würde. Da war er sich sicher. Er wusste, dass sein Engel ihn nicht aus dem Himmel aus beschützen würde, sondern von der Erde, indem der kleine Engel immer bei ihm war... #

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