Er liebt mich...er liebt mich nicht...

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Kapitel 1:


*>Lea´s Sicht<*
Es ist jetzt der 1.1.07 und die Feiertage waren ziemlich anstrengend. Auf eines habe ich mich aber die ganze Zeit über gefreut! Eher schon seit fast zwei Monaten. Nämlich auf den Besuch von einer meiner besten Freundinnen aus Freiburg, die ich durch eine FF im Internet kennen gelernt habe, und zwar eine FF von unserer geteilten Leidenschaft –der Band Tokio Hotel. Denen verdanken wir sozusagen auch unsere Freundschaft, weil wir uns durch diese Leidenschaft kennen gelernt haben. Und morgen ist es endlich so weit! Es hat geklappt und sie fährt mit dem Zug aus Freiburg zu mir nach Hannover. Ich liege jetzt schon seit mindestens einer Stunde schweigend in meinen Gedanken wach im Bett und denke drüber nach, was wir denn so alles machen können, als plötzlich meine Mutter ins Zimmer platzt und mit einem traurigen und aufgebrachten Ton sagt: „Du Lea, die Anna hat eben angerufen und gesagt, dass ihr Zug morgen nicht fährt!“  „Aber….“, weiter kam ich nicht, denn ich wurde von meiner  Mutter unterbrochen. „Nix aber! Ich habe mir halt gedacht, wenn ihr Zug morgen nicht fährt, nimmt sie einfach den von heute!“ Mir klappte die Kinnlade runter und sah auf einmal, wie Anna mit ihrer Reisetasche in der Hand im Türrahmen stand. Ich realisierte gerade gar nicht, dass sie jetzt schon da war, bis sie mich in ihre Arme schloss und wir eine ganze Weile, vor Freude einfach nur so dasaßen. Als wir uns dann aus unserer Umarmung lösten, sahen wir uns an und mussten sofort anfangen zu lachen, was eigentlich auch unsere Lieblingsbeschäftigung zusammen. Meine Mutter verabschiedete sich nur noch  von uns und wünschte uns eine gute Nacht, weil die Zugfahrt für Anna sehr anstrengend war und ich auch ziemlich müde war. Als wir dann in unseren Betten lagen, waren wir aber auf einmal gar nicht mehr müde, sondern quatschten über alles mögliche - mit von der Partie natürlich auch Tokio Hotel. Nach längerem lachen, reden und allem was man so macht wenn man sich das erste mal sieht, sind wir dann auch endlich eingeschlafen, was aber trotz alledem nicht allzu schwierig war.
Am nächsten Tag wachten wir erst sehr spät auf, da wir noch bis in die Puppen gequatscht hatten. „Na gut geschlafen?“, fragte ich Anna. Sie nickte. „Ja sehr gut.“ Nachdem wir uns dann ewige Minuten später endlich aus den Federn gequält hatten, gingen wir ins Badezimmer. „Dusch du zuerst.“, bot ich Anna an. Ich ging wieder in mein Zimmer zurück und ließ sie in Ruhe. Als sie wieder zurückkam, ging ich ins Badezimmer. Eine Viertelstunde später war ich fertig mit Duschen und ging wieder in mein Zimmer. Anna war inzwischen fertig gestylt und suchte etwas in ihrem Rucksack. „Sollen wir runter gehen und frühstücken?“, fragte ich sie. „Ja gerne, ich habe einen Mords Kohldampf.“ Gemeinsam gingen wir runter in die Küche, wo der Rest meiner Familie bereits saß. Ich stellte ihnen erstmal Anna vor, dann setzten wir uns an den Tisch und begannen  zu essen. „Was sollen wir heute eigentlich machen?“, fragte Anna mich. „Wir könnten nach Hannover fahren.“, schlug ich vor. „und ein bisschen shoppen gehen.“ „Au ja, ich bin dabei.“. stimmte sie sofort zu. Also richteten wir nach dem Frühstück unsere Sachen zusammen und gingen zum Zug, der uns in die Stadt brachte. Während der Fahrt hörten wir zusammen auf meinem i-Pod, na was wohl, na klar, Tokio Hotel. „Stell dir mal vor, wir würden die jetzt treffen.“, scherzte ich. „Oh man, das wäre so mega- geil. Aber vielleicht haben wir ja Glück und Bill und Tom sind gerade bei ihrem Vater, der wohnt doch in Hannover, oder nicht?“, fragte Anna. „Stimmt du hast recht. Oh man, wie geil ist das denn?“ Wir  schwelgten noch die ganze Fahrt über in unseren Träumen. Obwohl wir eigentlich nicht wirklich daran glaubten, dass sie wahr werden würden. Als wir eine Dreiviertelstunde später in Hannover am Bahnhof ausstiegen, nahmen wir erst noch die S-Bahn in die Stadtmitte. „So, wohin willst du zuerst?“, fragte Anna mich voller Elan. „Wie wäre es mit Pimkie?“. Meinte ich und zog sie schon in die Richtung des Ladens. Eine gute Dreiviertelstunde später verbrachten wir dort und als wir raus kamen waren wir um viele Kleidungsstücke reicher, allerdings auch um viel Geld ärmer. Dann ging es noch in den H&M. „Puh, ich brauch ne Pause!“, stöhnte ich, als wir wieder raus kamen. „Ja ich auch!“, pflichtete Anna mir bei. „Sollen wir dahinten in das Cafe´ gehen und was essen und trinken?“ Anna nickte und so gingen wir in das Cafe´. Stöhnend ließen wir uns auf zwei Stühle an einem freien Tisch fallen und überlegten, was wir bestellen wollten. „Einen Red Bull, bitte.“, bestellten wir zufällig gleichzeitig, als die Bedienung kam. Wir mussten lachen. Die Bedienung grinste und ging wieder. Wir warteten allerdings nicht bis wir ausgetrunken hatten, sondern bezahlten früher und gingen dann mit den halbvollen Red- Bull- Dosen raus. Vor der Tür stieß ich mit einem Typen zusammen. Gut, dass meine Dose nicht mehr so voll war, so spritzte nicht so viel heraus, aber ein gerade nicht geringer Teil ergoss sich trotzdem über uns. „Man kannst du nicht aufpassen!?“, fuhr ich den Typen an. „Sorry, tut mir echt leid. Das war echt keine Absicht.“, entschuldigte er sich. ich sah auf und genau in das Gesicht des Typen. Ich wusste, dass ich hin noch nie gesehen hatte, aber trotzdem kam er mir merkwürdiger weise bekannt vor, sehr bekannt sogar. Schon allein die Farbe der Augen. Sie waren Haselnussbraun. Dieses Braun kannte ich nur zu gut, aber, nein das konnte doch nicht sein! Der Typ ging an mir vorbei und erst jetzt realisierte ich die drei anderen Jungs, die bei ihm waren. Sie waren alle sehr warm angezogen, genauer gesagt vermummt. Ich zuckte mit den Schultern und ging nach draußen zu Anna, die schon auf mich wartete. ,,Was war denn das jetzt?“, fragte sie mich. ,,Ich weiß auch nicht.“, gab ich zu. ,,Aber ich glaube ich kenne diesen Typ. Allerdings wüsste ich nicht woher, ich hab ihn noch nie gesehen.“ ,,Sollen wir warten, bis er wieder raus kommt, vielleicht fällt es dir dann ein.“, schlug Anna vor. Wir setzten uns auf den Rand eines Brunnens, der vor dem Cafe stand und warteten dort. Als wir schon fast auf diesem scheiß Brunnen festgefroren waren, kamen die Jungs endlich wieder raus. Der eine entdeckte uns sofort und winkte uns zu sich. Anna und ich grinsten uns an und gingen dann zu den Jungs. ,,Hi.“, sagten wir. ,,Hey.“, erwiderten alle vier gleichzeitig. Wir mussten lachen, das klang einfach zu geil. ,,Wie heißt ihr denn?“, wollte ich wissen. ,,Das sagen wir euch später.“, grinste der eine. ,,Wieso das denn?“, fragte Anna. „Ähm, weil,....weil,....“, stotterte der eine. ,,...weil wir jetzt ganz dringend los müssen.“, beendete einer der anderen den Satz für ihn und zog ihn am Jackenärmel mit sich mit. Wir hörten ihn noch etwas schimpfen, was nach,....aber ich wollte sie doch noch nach ihren Handynummern fragen!“ klang. Dann waren sie um eine Ecke verschwunden. ,,Was war das denn jetzt?“, fragte ich. ,,Frag mich was leichteres.“, bat Anna. ,,Ich hab keinen blassen Schimmer.“ Wir blieben noch ein paar Stunden in der Stadt, aber den komischen Jungs begegneten wir nicht mehr. Als wir gegen Abend nach Hause fuhren kam unser Gespräch wieder auf die Begegnung von heute Mittag. ,,Ich hatte das Gefühl, ich kannte den Typ.“, wiederholte ich zum x-ten Mal. ,,Das kann ja sein!“, entgegnete Anna schon leicht genervt. ,,Aber, dann erklär mir bitte woher! Du hast den noch nie gesehen!“ Ich seufzte kurz, sie hatte ja Recht.  Obwohl es mich einerseits sogar ärgerte, weil diese Augen etwas an sich gehabt hatten, das mich faszinierte. Wir redeten den ganzen restlichen Tag nicht mehr über dieses Thema, aber es ließ mir trotzdem keine Ruhe. Als wir am Abend in den Betten lagen spukten uns beiden unsere Gedanken im Kopf herum. Wir redeten eigentlich gar nicht, aber wir wussten, dass wir beide immer noch an die Selbe Sache dachten. Auch wenn Anna es nicht zugeben wollte, ich war mir sicher, dass sie auch an die vier Typen dachte.  Am nächsten Morgen wachte ich vor Anna auf. Ich blieb noch im Bett liegen, starrte an die Decke und dachte nach. Darüber, dass Anna endlich da war. Darauf hatten wir uns ja jetzt echt lange genug gefreut! Und über alles mögliche andere. Mit der Zeit wanderten meine Gedanken aber wieder an die gestrige Begegnung. Der Typ ging mir einfach nicht aus dem Kopf. Was ich auch anstellte, es ging nicht. Irgendwann wachte auch Anna endlich auf. ,,Morgen Lea.“, sagte sie, aber ich reagierte gar nicht. ,,Hallo, Lea?“, fragte sie noch einmal. ,,Hallo?“ ,,Äh, was?“, fragte ich und schreckte endlich aus meinen Gedanken auf. Nachdem wir beide geduscht und mit allem fertig waren gingen wir frühstücken. ,,Ich persönlich wäre ja ehrlich gesagt dafür heute hier zu bleiben.“, meinte ich. ,,Also, wenn das für dich okay ist.“ ,,Ja, ist mir recht. Ich bin auch ziemlich KO heute.“, stimmte Anna zu. Also blieben wir Zuhause, quatschten, hörten Musik, surften im Internet rum und redeten.  Am späten Nachmittag klingelte es an der Tür. ,,Lea! Besuch für dich!“, rief meine Mutter von unten. Anna und ich sahen uns an, wer kam mich denn jetzt besuchen. Neugierig wie wir waren rannten wir sofort die Treppe runter und zur Tür. Vor der Tür standen....



Kapitel 2:


*>Lea´s Sicht<*
…die vier Typen von gestern! Was wollten die denn hier? ,,Äh, hi.“, sagte der eine.  ,,Hi.“, erwiderten wir. ,,T´schuldigung, aber eine Frage: was wollt ihr hier? Und woher wisst ihr, wo ich wohne und überhaupt, wer seid ihr eigentlich?“, fragte ich. ,,Ich glaube, das waren drei Fragen.“, grinste einer der vier. ,,Also, die erste lässt sich leicht beantworten: du hast gestern, als du mit mir zusammen gestoßen bist, deinen Geldbeutel verloren. Damit hat sich übrigens auch die zweite Frage geklärt, da deine Visitenkarte in dem Geldbeutel war. Die dritte Frage ist allerdings etwas komplizierter....“ Die vier Jungs sahen sich an und tuschelten kurz etwas. ,,Na ja, okay, sie ist zwar etwas komplizierter, aber sie läst sich beantworten. Aber könnten wir dazu raus gehen und das nicht so hier zwischen Tür und Angel erklären?“, bat uns der Typ. Wir zogen uns schnell Schuhe und Jacken an und gingen mit den Jungs auf die Straße. Eine Weile liefen wir schweigend die Straße entlang, bis wir zu einem kleinen Park kamen, wo wir unsere Ruhe hatten. Die Jungs setzten sich auf eine Bank und baten uns mit einer Geste uns dazu zu setzten. ,,Also, das ist so. Wir konnten uns gestern unsere Namen nicht sagen, weil wir...“, fing der eine an. ,,...Gustav, Bill, Tom und Georg heißen.“, sagte der eine. Anna und mir klappte die Kinnlade runter. Gut dass wir schon saßen, sonst wären wir garantiert umgekippt. Wir saßen gerade mit Tokio Hotel in einem Park auf einer Bank! ,,Okay, ihr seid also Tom, Bill, Georg und Gustav, also Tokio Hotel, unsere Lieblingsband.“, fasste Anna noch etwas perplex zusammen, da sie zuerst ihr Sprache wieder fand.  ,,Ja, die sind wir wohl.“, nickte Tom. ,,Jetzt versteht ihr wahrscheinlich auch, warum wir euch gestern unser Namen noch nicht sagen wollten.“ Anna und ich nickten. „Und was macht ihr hier?“, fragte ich. ,,Wie ihr ja wahrscheinlich wisst wohnt Bills und mein Vater in Hannover. Wir sind bei ihm zu Besuch. Und Georg und Gustav sind einfach so zum Spaß mitgekommen.“ ,,Und ihr?“, fragte Bill neugierig. ,,Na ja, gewissermaßen seid ihr ja sogar Schuld daran, dass wir hier zusammen sitzen.“, grinste ich. ,,Hä? Wieso wir? Und wieso Schuld?“, fragte Gustav verwirrt. Also erzählten wir ihnen die ganze Geschichte, wie wir uns kennen gelernt hatten und so weiter. Als wir fertig waren mit erzählen, guckten die Jungs uns erstaunt an und Bill sagte: „Cool, nur wegen uns entstehen neue Freundschaften!“ „Ja schon cool.“, erwiderte auch Georg. Nachdem wir dann eine Weile einfach nur schweigend dasaßen, unterbrach Anna die Stille: „Wie lange seid ihr denn jetzt noch hier, bei eurem Vater?“ „Ja also ich denke schon noch etwas länger, weil wir haben fast den ganzen Monat frei!“, sagte Tom mit einem freudigen Unterton. „Ah, cool, das ist ja noch ganz schön lange! Wisst ihr schon mit was ihr euch eure Zeit vertreibt?“, fragte ich, mit der Hoffnung auf eine Viel versprechende Antwort. „Ja also wenn ich jeden Tag mit solchen süßen Mädels wie dir zusammen stoße, gefällt mir das schon mal!“, sagte Bill mit einem breitem grinsen und ich merkte wie ich leicht Rot wurde. Ich guckte Anna und wir mussten sofort anfangen zu lachen, wo auch die anderen vier Jungs mit einstimmten. Als wir uns nach einer Weile wieder beruhigt hatten, fragte ich noch einmal nach und bekam diesmal von Tom eine Antwort: „Ja also vielleicht können wir sechs mal was zusammen unternehmen, ich meine du kennst dich ja hier etwas besser aus!“ Yes, dachte ich nur. Das war die richtige Antwort. „Okay, machen wir doch gerne, oder Lea?“, fragte Anna mich grinsend wie ein Honigkuchenpferd. „Ja das stimmt, Anna!“, sagte ich mit bestimmt dem gleichen grinsen im Gesicht zurück. „Wann habt ihr denn mal Zeit? Morgen vielleicht?“, fragte Bill. „Ähm morgen ist schlecht, da wollten Lea und ich mit ihrem Freund ins Kino, oder?“, sagte Anna sich zu mir wendend. Ich wollte gerade eine Antwort auf Annas frage geben, da platzte es auf einmal stotternd aus Bill heraus: „Du...du...hast...einen Freund?“ Ich sah Bill verwundert und mit irritiertem Blick an. „Ja wieso?“ „Ach egal“, entgegnete er daraufhin leicht traurig und wütend zugleich. Genauso wie wir uns über Bills Aussage wunderten, tat es auch sein Zwilling, der sowieso alles merkte, wenn etwas nicht stimmte. „Ey, wasn´ mit dir los, alter?“, fragte er Bill ziemlich verwundert. „Ach nix, wollten wir nicht eh gerade gehen?“, sagte Bill und sprang auf. Gustav und Georg sahen sich nur an und gingen hinterher. Tom kam zu mir, nahm mich in den Arm und streichelte mir über den Rücken, da er merkte, wie ich Bill etwas geknickt hinterher schaute. „Hey, das war nicht so gemeint! Gib mir mal dein Handy, ich tipp dir meine Nummer ein, deine habe ich ja schon von deiner Visitenkarte!“ Ich nickte, gab Tom mein Handy und er tippte gleich seine Nummer da drin ein. Als er fertig war, gab er es mir zurück nahm mich zum Abschied kurz in den Arm und ging dann zu Anna, die schon ungeduldig neben mir stand. „Also mach es gut, hoffe wir sehen uns so schnell wie möglich wieder!“, flüsterte er ihr ins Ohr, nahm sie ganz lange in den Arm und gab ihr noch einen Kuss auf die Stirn. Sie brachte nur noch ein kurzes „bye“ raus und schon rannte Tom den anderen hinterher. Wir guckten ihm noch lange hinterher und als wir dann nichts mehr von ihnen sehen konnten, setzten wir uns noch total verdutzt auf die Bank, auf der gerade eben noch unsere Lieblingsband Tokio Hotel saß. Als wir eine Weile einfach nur ins leere starrten, unterbrach Anna die Stille und sagte mit noch einer total verdatterten Stimme: „Du Lea, kneif mich mal, aber ganz dolle!“ Also tat ich es was Anna gesagt hatte, die kurz darauf laut aufschrie. „Sag mal spinnst du?“ „Ähm, sorry, aber du hast zu mir gesagt, dass ich dich mal ganz dolle kneifen soll!?“, entgegnete ich mit entsetzter, aber auch entschuldigender Stimme. „Ja okay sorry meine Schuld, aber du ich glaube das waren eben wirklich Tokio Hotel!“, sagte sie immer noch erstaunt. „Ja ich glaube auch, aber lass uns erstmal nach Hause gehen und kein Wort zu meiner Mutter, ich rede uns da schon raus wenn sie fragt wer die Jungs gerade waren!“ „Okay, mir ist nämlich auch schon richtig kalt“, stimmte Anna mir zitternd zu. Zu unserem Glück bekam meine Mutter nicht mit, als wir nach Hause kamen, so wurden wir auch nicht ausgefragt, wer denn jetzt die Jungs gewesen waren und so weiter. Wir machten uns zwei Tassen Tee zum Aufwärmen und verzogen uns in mein Zimmer. Dort machten wir es uns gemütlich und redeten. ,,Ich kann immer noch nicht glauben, was gerade passiert ist.“, meinte ich noch völlig durch den Wind.  ,,Denkst du ich? Was meinst du, warum ich grad nur vor mich hin schweige?“, entgegnete Anna. Wir waren so in unsere Gedanken versunken, dass wir beide zusammenzuckten, als plötzlich mein Handy piepste. Wer schrieb mir denn jetzt eine SMS? Ich nahm mein Hand, das neben mir auf meinem Bett lag und öffnete die SMS. Sie war von Tom, ich lächelte und las sie. ,,Von wem ist die? Was ist so toll, dass du so lächeln musst?“, fragte Anna neugierig. Doch ich antwortete ihr nicht. Tom wollte nämlich ihre Handynummer haben und wissen, oder er die Nummern auch den anderen drei Jungs geben durfte. Schnell schrieb ich ihm zurück und legte dann mein Handy wieder auf die Seite. Dann sah ich Anna grinsend an. ,,Ich wette mit dir, dass du gleich eine SMS bekommst.“, meinte ich. ,,Wieso sollte ich eine SMS bekommen? Von wem denn überhaupt?“, fragte sie verwundert. ,,Warts nur ab.“, grinste ich weiter. Da piepste Annas Handy. ,,Na, was hab ich gesagt?“, grinste ich. Ich konnte einfach nicht aufhören zu grinsen. Anna nahm ihr Handy und las die SMS. Ihre Augen wurden größer und größer. Als sie fertig gelesen hatte, sah sie mich an. Ich lachte. Sie sah einfach zu lustig aus, mit ihrem verwirrten Ausdruck auf dem Gesicht. ,,Willst du Toms Nummer nicht speichern?“, fragte ich lachend. Anna nickte nur und speicherte die Nummer ab. Nein, sie speicherte sogar mehrere Nummern ab. Dann warf sie mir ihr Handy zu. ,,Hier, du sollst dir die Nummern von den anderen Jungs auch abspeichern. Aber ich warne dich: wehe du liest die ganze SMS!“ Das machte mich natürlich neugierig, aber ich konnte mich beherrschen. Ich speicherte die Nummern von Bill, Gustav und Georg ab und gab Anna ihr Handy zurück. Doch dann musste ich sie doch fragen: ,,Was stand denn so geheimnisvolles in der SMS, dass ich es nicht wissen darf?“ ,,Ich hab ja nicht gesagt, dass du es nicht wissen darfst, aber ich will es dir selber vorlesen.“, meinte Anna. ,,Also, pass auf: ,Hey Anna. Lea hat mir deine Nummer gegeben, nur damit du dich nicht wunderst. Ähm, ich wollte nur wissen, wann wir uns wieder sehen können? Ich vermisse dich nämlich voll! Und Bill, der nervt nur noch, weil er Lea vermisst! Würde mich freuen, wenn wir uns in den nächsten Tagen noch mal treffen könnten. Also, wir sind jetzt noch bis Ende nächsten Monats hier. Also, bis dann. Hdl Tom´ Und dann halt noch die Handynummern.“ ,,Man, wie süß.“, seufzte ich, als sie fertig vorgelesen hatte. ,,Also, wann treffen wir uns wieder mit ihnen?“ ,,Du weißt schon: was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen.“, meinte Anna. ,,Du meinst, heute noch?“, fragte ich ungläubig. ,,Ne, aber morgen. Und übermorgen und überübermorgen...“ Sie grinste. ,,Yeah, das ist gut. „, freute ich mich. Sofort riefen wir die Jungs an. Wir nahmen Annas Handy und riefen bei Tom an. ,,Hallo?“, meldete er sich. Er klang etwas komisch.  ,,Was ist los? Du klingst irgendwie gestresst.“, meinte ich. ,,Hey, ja, bin ich auch, Bill nervt. Warum weißt du ja. Aber vor allem hab ich nicht damit gerechnet, dass ihr anruft.“, erklärte Tom. ,,Ach so, wenn es weiter nichts ist.“, meinte Anna ironisch. ,,Danke für euer Mitgefühl.“, spielte Tom beleidigt. ,,Man, das war nicht ernst gemeint, also reg dich ab.“ ,,Ja, ist ja gut. Aber mir geht es grad einfach scheiße.“, entschuldigte Tom sich. ,,Und warum?“, fragten Anna und ich mitfühlend. Tom lachte kurz auf, weil wir das gleichzeitig gefragt hatten. ,,Ach, weil Bill nervt, okay, das hab ich schon mal gesagt. Und weil wir euch alle voll vermissen, das hab ich auch schon mal gesagt. Und sonst gibt es eigentlich keinen Grund mehr.“ ,,Das können wir ja ändern. Sollen wir uns morgen wieder treffen?“, fragte ich sofort. ,,Klar!“, rief Tom und klang gleich glücklicher. ,,Und wann und wo?“ ,,Schlagt ihr was vor. Ihr müsst euch eher verstecken als wir. Okay, wenn uns jemand sieht müssen wir das auch.“ ,,Okay, dann kommt doch einfach zu uns in die Wohnung. Draußen ist es eh viel zu kalt.“, schlug Tom vor. ,,Okay, gern.“, stimmten wir zu. Tom sagte uns schnell die Adresse und dann redeten wir noch über ein paar normale Sachen. Eine Stunde später hörten wir wieder auf mit telefonieren. ,,Heilige Scheiße!“, rutschte es Anna raus. ,,Wir haben eine Verabredung mit Tokio Hotel!“ Wir nahmen uns bei der Hand und ließen uns rücklings auf mein Bett fallen. Dann sponnnten wir  ein bisschen rum, was die morgige Verabredung anging. ,,Und morgen Abend bist du mit Bill und ich mit Tom zusammen!“, lachte Anna und ich stimmte in ihr Gelächter mit ein. ,,Lea, Anna, Abendessen!“, riss uns meine Mutter aus unseren Gedanken. Seufzend standen wir auf und gingen runter. Anna und ich beeilten uns mit dem Essen, da wir endlich wieder unsere Ruhe haben und über morgen reden wollten. Sobald wir fertig waren und aufstehen konnten gingen wir wieder in mein Zimmer. ,,Oh man, ich bin total aufgeregt, wegen morgen.“, meinte ich zu Anna. ,,Ich auch, und wie.“, gab sie zu. Wir redeten noch lange über morgen und sponnnten uns ganz viele Sachen zusammen, die unserer Meinung nach passieren konnten oder sollten. Aber irgendwann schliefen wir schließlich ein.



Kapitel 3:


*>Lea´s Sicht<*
Am nächsten Morgen wachten wir beide gleichzeitig auf. Wir sahen uns an und mussten auf einmal grinsen. Warum, wussten wir auch nicht so genau. Wahrscheinlich einfach, weil wir uns so sehr freuten die Jungs wieder zu treffen und weil wir deshalb aufgeregt waren. Schnell kletterten wir aus dem Bett und machten uns fertig. Beim Styling berieten wir uns gegenseitig. Bereits eine halbe Stunde später waren wir fertig. Als wir runter kamen zum Frühstücken meinte mein Bruder nur: ,,Dafür, dass ihr so gut ausseht, ward ihr aber ganz schön schnell.“ Anna und ich grinsten. ,,Wir nehmen das jetzt mal als Kompliment.“, sagte ich überrascht zu meinem Bruder, weil ich so was von ihm nicht gedacht hätte. Dann aßen wir erst mal. ,,Um wie viel Uhr müssen wir eigentlich gehen?“, fragte Anna mich. ,,Ach, ich würde sagen wir gehen einfach nach dem Frühstück.“, schlug ich vor. Anna nickte und wir beeilten uns automatisch ein bisschen mehr.  Eine Dreiviertelstunde später waren wir bereits unterwegs in die Stadt, zu der Adresse, die Tom uns gesagt hatte. Als wir klingelten öffnete uns ein Mann Mitte vierzig die Tür, das war wohl ihr Vater. ,,Hallo, ihr seid sicher Anna und Lea, oder? Tom hat mich schon darauf vorbereitet, dass ihr kommen würdet.“, begrüßte er uns. Er war uns auf Anhieb sympathisch.
,,Ja, sind wir. Ich bin Anna und das ist Lea.“, stellte Anna uns vor.  ,,Na dann kommt mal rein, oder wollt ihr da draußen festfrieren?“, fragte er uns. ,,Ich bin übrigens Jörg, der Vater der Jungs. Bill und Tom sind noch oben. Ihr könnt einfach eure Schuhe und Jacken ausziehen und hoch gehen.“ ,,Danke.“, meinten wir und taten, was er gesagt hatte.
,,Mh, welches Zimmer ist von wem?“, fragte Anna mich, als wir im oberen Flur standen.
,,Frag mich doch nicht, ich war auch noch nie hier.“, entgegnete ich. ,,Aber wir können ja einfach mal in eines rein gehen.“ Gesagt, getan. Wir gingen in das erste Zimmer. Gespannt öffneten wir die Tür, und landeten im Badezimmer. Wir sahen uns an und grinsten. Also zur nächsten Tür. Diesmal hatten wir mehr Glück. In dem Zimmer stand eine ganz normale Einrichtung. Dem Einrichtungsstil nach zu urteilen war es Bills Zimmer. ,,Okay, pass auf“, flüsterte Anna mir zu. ,,Tom schläft ja wahrscheinlich auch noch. Ich geh rüber zu ihm und du weckst Bill, okay?“ Ich nickte und verschwand in Bills Zimmer. Anna ging eine Tür weiter zu Tom. Ich schlich auf Zehnspitzen zu Bills Bett und setzte mich auf den Bettrand. Einen kurzen Augenblick sah ich ihn mir nur an. Er sah wirklich süß aus, wenn er schlief. Okay, das sah er auch, wenn er wach war. Ich strich ihm eine Harrsträhne aus dem Gesicht und flüsterte leise: ,,Bill.“ Er reagierte nicht, also sagte ich es noch einmal etwas lauter. Sofort schlug er die Augen auf. Er sah mich erst etwas erschreckt und verwirrt an, aber dann lächelte er. ,,Hi, was machst du denn hier?“, fragte er.
,,Wir waren doch für heute verabredet.“, meinte ich. ,,Anna ist grad drüben bei Tom und weckt den.“
,,Na dann.“, seufzte Bill. ,,Hab ich ja wohl keine andere Möglichkeit, als aufzustehen.“
Langsam erhob er sich aus dem Bett. Nun stand er vor mir, nur in Boxershorts. Ich fragte mich, wie weit Anna mit Tom war, ob er sich auch schon aus dem Bett bewegt hatte. ,,Ähm, ja, ich...ich geh dann mal duschen.“, meinte Bill und verschwand. Ich ließ mich seufzend auf sein Bett fallen. Mir wurde klar, dass ich mir eine riesige Scheiße eingebrockt hatte, da ich den Jungs ja bei unserem ersten Treffen gesagt hatte, dass ich einen Freund hätte. Ich musste das unbedingt klären, aber wie? Noch bevor ich länger drüber nachdenken konnte, kam Anna zu mit ins Zimmer. Sie setzte sich neben mich. ,,Na toll, jetzt dürfen wir warten.“, stöhnte sie und sah sich in Bills Zimmer um. Da bemerkte sie, dass ich etwas traurig wirkte. Sie kam wieder zu mir und nahm mich in den Arm. ,,Hey, Maus, was ist denn los?“, fragte sie mich.
,,Ach, verdammt. Ich hab den Jungs doch bei unserem ersten Treffen gesagt, dass ich einen Freund hätte. Und jetzt behandelt Bill mich total komisch.“, seufzte ich.
„Du sorry, aber ich würde dir voll gerne helfen, bloß ich weiß nicht für wen du mehr Gefühle hast! Ich glaube du solltest Bill vielleicht noch mal ein bisschen besser kennen lernen und dann sehen wir, beziehungsweise du, wie es weiter geht! Ich glaube das sind noch keine richtigen Gefühle, oder meinst du, du hast schon genau solche Gefühle für Bill, wie für deinen Freund?“, fragte Anna mich. „Ja stimmt, du hast Recht, ich bilde mir das nur ein. Da sind noch nicht solche Gefühle wie ich die bei meinem Freund habe.“, sagte ich und nahm sie noch mal in den Arm. Als wir uns aus der Umarmung lösten, legten wir uns flach aufs Bett und starrten an die Decke. Stille. Ich dachte über Bill und meinen Freund nach. Plötzlich aber wurde die Stille von einem fertig geduschten und einem zwar nicht geduschten, aber auch gestylten Tom, gebrochen. „Hey du!“, sagte Tom und umarmte mich. Ich glaube wenn Blicke töten könnten, hätte Bill seinen Bruder schon umgebracht. Anna stand nur da und wusste nicht was sie machen sollte, bis Tom sie fragte „ Na Anna, jetzt schlag du doch mal vor was wir jetzt machen könnten!?“ „Ähm, keine Ahnung. Wie wär’s mit….quatschen!?“, schlug Anna vor. „Ja klar, gute Idee. Was sagt ihr dazu?“, sagte er in Bills und meine Richtung. „Mir doch egal man!“, sagte Bill in einem sichtlich genervtem Ton. Ja von mir aus können wir das gerne machen.“, stimmt ich ihm, mit einem freundlicherem Ton, als Bill zu. „Okay ich gehe dann mal was zu trinken und so holen….Ähm Anna kommst du mit?“ „Klar mit dir doch immer gerne!“, entgegnete Anna ihm grinsend. Also verließen die beide das Zimmer. Na super, jetzt sitze ich hier ganz alleine mit Bill und schweigen so vor uns hin. So geht das nicht, ich muss das klären, dachte ich mir und unterbrach die Stille. „Du Bill?“ „Was willst du?“, fragte er mit einem genervten und wütenden Ton. „Sorry das ich dich damit jetzt nerve, aber ich muss das jetzt klären ich kann so nicht weiter mit dir in einem Raum sitzen. Warum bist du komisch zu mir, nach dem ersten Treffen bei der Bank? Wenn du irgendwas gegen mich hast, sag es mir und ich bin sofort wieder weg! Aber du bist es, der es den anderen sagen kann was los war, okay?“ „Man genau wie du schon sagtest, nerv mich einfach nicht damit. Du glaubst es mir doch eh nicht, aber es ist nichts! Okay?“ „Ja okay, tut mir leid. Kommt nicht mehr vor.“ Oh man jetzt ist Bill auch noch sauer auf mich, nein. Dabei liebe ich ihn doch, oder nicht?! Nein das kann nicht sein. Wir kennen uns doch erst seit einem Tag. Was ist mit meinem Freund, den liebe ich doch auch! Ich weiß nicht mehr weiter! Vielleicht wäre es ja besser, wenn ich gar nicht mehr hier auf dieser Welt wäre, dann hätten die Zwillinge sich auch nicht wegen mir angezickt!
Da ich die ganze zeit nachdachte, aber trotzdem zu keinem Ergebnis kam, bemerkte ich gar nicht, wie Anna und Tom mit was zum Knabbern und zwei Flaschen Cola wiederkamen. Anna sprach mich auch gleich an, da ich, glaube ich, etwas fertig nach Bills Rede, aussah. „Hey wasn mit dir los, du guckst so komisch? Ist was mit deinem Freund?“ Oh nein Anna, dieses Wort -Freund- hättest du lieber nicht sagen sollen! „Ne du alles….alles in Ordnung! Brauchst dir keine Sorgen zu machen.“, zwinkerte ich ihr zu, dabei war es genau das Gegenteil von dem, was ich sagte. Da Anna mir aber glaubt was ich sagte, setzte sie sich hin und fingen an uns zu unterhalten. Wir redeten über sehr viele verschiedene Sachen, aber ich bemerkte immer wieder diese Blicke von Bill in meinem Gesicht. Ich halte das nicht aus. Was ist mit ihm los? Ich denke es ist nichts! Aber warum ist er dann so komisch zu mir? Plötzlich werde ich von einem pieksen in meine Rippen, aus den Gedanken geholt. Tom. „Hey Lea dein Handy klingelt!“ „Oh, habe ich ja gar nicht mitbekommen, t´schuldigung.“, sagte ich mit einer verplanten Stimme. „Ja aber dann musst du schon noch schauen was denn jetzt ist. Ich meine die ganze Zeit klingeln kann es ja nicht, oder?“, fragte Anna mich voll verwundert. „Oh, ja, sorry..“ Ich schaute auf mein Handy-Display wo stand, dass ich von meinem Freund eine SMS bekommen hatte. Ich beschloss dafür raus zu gehen, weil es im Moment ja nicht gerade gut lief und ich ja auch nicht wusste was auf mich zukam. „Ich geh dann mal raus. Bin gleich wieder da.“ Ich bekam nur ein zugestimmtes nicken und verließ den Raum. Als ich draußen war, holte ich erstmal tief Luft, weil ich diese drückende Stimmung zwischen Bill und mir nicht mehr ausgehalten hatte. Dann öffnete ich die SMS und las: Hallo Lea, vielleicht kannst du dich ja erinnern, aber wir hatten heute eine Verabredung, aber du verbringst ja lieber mehr Zeit mit deinen Freunden, als mit mir. Es hat aber in letzter Zeit ja eh nicht mehr so Prima geklappt. Ich bin dir ja wohl egal, aber du mir nicht! Ich Liebe dich und werde dich immer Lieben! Du wirst immer in meinem Herzen bleiben, aber ich kann einfach nicht mehr. Ich glaube es ist besser wir sollten getrennte Wege gehen! Machs gut, in Liebe dein Marvin. Das kann er doch nicht machen. Nein! Er muss bei mir bleiben, er darf nicht gehen.                                                                                                                                                                                                
Mir stiegen Tränen in die Augen und ich fing bitterlich an zu weinen. Auf einmal wurde ich meinen Gefühlen wieder bewusst. Ich Liebe ihn! Aber er will nicht mehr. Ich muss raus. Raus an die frische Luft. Also rannte ich die Treppe runter, aus dem Haus raus und in den Park, der gleich neben dem Haus lag. Ich setzte mich dort auf eine Bank. Tränenüberströmt saß ich da und dachte nach. Über meinen, jetzt ja, Ex-Freund. Wie wir miteinander fast 9 Monate verbracht haben. Jetzt ist es vorbei. Er will nicht mehr. Ich muss versuchen damit klar zu kommen, nur wie? Erst die Sache mit Bill jetzt macht mein Freund Schluss. Wie soll das denn alles weiter gehen? Ich kann nicht mehr und ich will auch nicht mehr. Zusammen gekauert sitze ich auf der Bank.


Kapitel 4:


*Lea´s Sicht<*
Nach einer Weile merke ich wie sich jemand neben mich gesetzt hat und mich anstarrt. Also guckte ich zur Seite. Es war Tom. Ich war froh, dass jetzt jemand hier war. Ich schaute ihn an und fing wieder bitterlich an zu weinen. Er nahm mich in den Arm und versuchte mich zu beruhigen. Er schaffte es auch, zumindest so weit, dass ich wieder reden konnte. „Warum Tom? Warum nur?“, fragte ich ihn total niedergeschlagen. „Hey komm her. Erzähl mir erst einmal in Ruhe was überhaupt passiert ist, okay?“ Also fing ich an ihm alles zu erzählen. Nachdem ich fertig war, lag ich wieder schluchzend in seinen Armen.  „Hey komm schon her, ist gut! So einer hat dich nicht verdient! Er ist es nicht wert. Versuch ihn zu vergessen, Und hey wir sind immer für dich da, alle, okay?“, sagte Tom mit einer ruhigen und mitfühlenden Stimme. „Dankeschön, für alles. Ich meine wir kennen uns erst zwei Tage und…“, weiter kam ich nicht, weil Tom mich unterbrach. „Das stimmt schon wir kennen uns erst seit zwei Tagen, aber wie man bei Bill sieht hat er sich schon verliebt und ich habe euch auch schon echt lieb. Ich meine wir wissen nicht welche Menschen uns nur ausnutzen wollen und welche es ernst meinen, aber bei euch bin ich mir ziemlich sicher.“ Ich umarmte ihn als Dankeschön noch einmal bis ich eine bekannte Stimme hinter mir hörte. „Hey, störe ich?“ Wir lösten uns also aus unsrer Umarmung und sahen Anna. „Nein natürlich nicht.“, sagte Tom sofort. „Setz dich doch.“ Eine Weile saßen wir schweigend nebeneinander auf der Bank. Anna und Tom saßen je auf einer Seite neben mir und hatten einen Arm um mich gelegt. „Wisst ihr zufällig wo Bill ist?“, wollte Anna plötzlich total unvermittelt wissen. „Nö, wieso?“, fragte Tom zurück. „Weil er plötzlich seine Schuhe und seine Jacke genommen hat und gegangen ist.“, erzählte meine Freundin. Als ich das hörte, hatte ich auf einmal eine Idee, die Anna und mir helfen könnte. Ich erhob mich von der Bank und meinte entschieden: „Ich gehe jetzt Bill suchen. Ich muss das mit ihm klären!“ Anna und Tom sahen mich verdutzt an, aber sie ließen mich gehen. „Danke“, sagte ich noch kurz und lächelte Tom an, der mir zurück lächelte. Ich umarmte Anna noch kurz und flüsterte ihr ins Ohr: „Du bist jetzt mit Tom alleine, also mach was anständiges draus!“ Sie grinste mich an und dann haute ich endgültig ab.
*>Anna´s Sicht<*
Toll jetzt saß ich also alleine mit Tom auf der Bank hier. „Lea tut mir leid“, murmelte ich irgendwann, da ich das schweigen nicht mehr länger aushielt.“ „Ja mir auch.“, gab Tom zu. ich war überrascht so was von ihm zu hören. Und bevor ich wirklich verstand was hier eigentlich geschah, war Tom zu mir gerutscht und hatte seinen Arm um mich gelegt. Erst dachte ich, das konnte nicht wahr sein, doch dann legte ich meinen kopf an seine Schulter und schloss die Augen. „Was meinst du, wie Bill das ganze jetzt aufnimmt?“, fragte ich Tom. „Ich denke mal, wenn Lea ihm das alles erklärt, versteht er das. Er mag sie nämlich sehr.“ Tom grinste. Ich sah ihn an und grinste zurück. „Und ich mag dich. Ich mag dich sogar sehr, wenn ich ehrlich bin.“ Tom sagte das ganz leise, aber laut genug, dass ich ihn verstehen konnte. Mir wurde heiß und kalt auf einmal. Obwohl ich die Antwort schon wusste. oder erahnte, musste ich Tom diese frage stellen: „Wie sehr?“ Statt mit zu antworten. küsste er mich plötzlich. Nach einem kurzen Moment sah er mich wieder an und fragte. „Reicht das als Antwort?“

*>Lea´s Sicht<*
„Hoffentlich klappt das auch alles mit Anna und Tom…“, dachte ich mir und dann schoss mir aber gleich Bill durch meinen kopf. Ich musste ihn finden und ihm alles sagen. Also machte ich mich auf die suche nach ihm. Ich ging durch den Park, aber nirgends ein Bill. Er muss doch hier irgendwo sein, dachte ich mir. Nach einer knappen halben Stunde suchen, ließ ich mich erschöpft auf eine Bank fallen. Ich dachte mal wieder nach. Nach über Bill, meinen Ex-Freund und alle Probleme.  Nach einiger Zeit konnte ich meine Tränen nicht mehr aufhalten und fing wieder einmal bitterlich an zu weinen. Ich saß eine Weile lang einfach nur da und weinte vor mich hin, den Kopf in meine Beine versenkt, bis ich auf einmal eine Hand auf meiner Schulter spürte. Ich hob meinen Kopf und schaute in sein Gesicht. In Bills Gesicht. Er sah total verheult aus. „Lea bitte, wir müssen reden! Ich kann so nicht weiter. Verdammt ich liebe dich!“, sagte er auf einmal. In mir kam Zorn und Trauer gleichzeitig hoch. „Bill, hast du eigentlich schon mal dran gedacht wie es mir bei der Sache geht? Mein Freund hat gerade mit mir Schluss gemacht, den ich über alles geliebt habe, und du, du tauchst hier auf und sagst das du mich liebst?!“, schrie ich ihm ins Gesicht. „Ich kann und will einfach nicht mehr.“, fügte ich noch hinzu. Ich wollte es mit ihm klären, aber ich konnte einfach nicht. Ich drehte mich um und rannte weg. Ich hörte noch ein ‚Lea bitte bleib, es tut mir Leid’, aber ich überhörte es. Ich wollte es überhören. Ich lief und lief bis ich auf einmal jemandem in den Armen lag. Es war Anna und Tom. „Hey Lea, was ist denn mit dir los? Ich denke du wolltest das mit Bill klären?“, fragte Anna mich erschrocken. „Nix kann ich klären. Nicht mit dem: Ihm ist es egal wie es mir geht, Hauptsache ihm geht es gut. Er denkt nur an sich. Ich will nach Hause.“, schrie ich sie schon fast an. „Aber Lea heute fährt kein Zug mehr zurück.“, mischte sich Tom schließlich ein. „Komm wir gehen erstmal zu mir.“ Als wir wieder in der Wohnung waren, setzten wir uns in das Wohnzimmer und unterhielten uns, wobei ich aber nicht ganz bei der Sache war. „Lea ist das denn jetzt okay für dich?“, fragte Tom mich. „Ähm, was?“, fragte ich total perplex zurück. „Ob das jetzt okay ist, wenn ihr diese Nacht noch hier bleibt, weil ja kein Zug mehr fährt?“, stellte er mir noch einmal die Frage. „Ja, aber ich nehme morgen den ersten Zug zurück!“ „Ja, ist okay. Freut mich das du noch bleibst.“, sagte Tom und streichelte mir über meinen Arm. „Kann ich mich vielleicht schon mal hinlegen, ich bin müde?“, fragte ich in die Stille. „Ja klar. geh einfach hoch und in mein Zimmer. Du kannst dich in mein Bett legen.“, sagte Tom mir freundlich. Ich machte mich auf den Weg nach oben, ging in Toms Zimmer, legte mich aufs Bett und schon vielen mir die Augen zu. 

*>Anna´s Sicht<*
Wir saßen im Wohnzimmer und schwiegen mal wieder nur so vor uns hin, bis Tom zu mir auf die andere Couch kam und einen Arm um mich legte. „An was denkst du?“, fragte er mich. „An uns. Sollen wir Lea sagen, dass wir zusammen sind, oder es für uns behalten?“, fragte ich ihn zurück und sah in seinem Gesichtsausdruck, dass er es auch nicht wirklich wusste. „Ich habe keine Ahnung, ich meine meinst du Lea würde es schlimm finden?“ „Ich glaube nicht, aber ich weiß nicht mir wäre es glaube ich lieber, wenn wir ihr es später sagen. Irgendwann ergibt sich das bestimmt.“ „Ja okay das finde ich gut.“, sagte Tom und gab mir einen sanften Kuss auf die Stirn. „Ich liebe dich Tom. Und ich hoffe du denkst nicht von mir, dass ich dich nur ausnutzen will!“, sagte ich ihm und sah ihm dabei ganz tief in seine wunderschönen braunen Augen. Wir wollten uns gerade zärtlichen küssen, da hörten wir eine Wohnungstür aufgehen. Tom und ich zuckten zusammen und lösten uns aus unserer Umarmung. Nach einer Weile und ein paar lauteren Geräuschen, stand auf einmal ein total verheulter Bill in der Tür vom Wohnzimmer. „Wo ist Lea?“, fragte Bill und schaute mich und Tom immer abwechselnd an. „Die liegt oben in meinem Bett. Sie ist total fertig, Bill. Was hast du mit ihr gemacht?“, fragte Tom seinen Bruder und wartete auf eine Antwort, die er erst nach längerem überlegen bekam. „Ich habe nichts gemacht. Ich habe  ihr nur die Wahrheit gesagt. Das was ich für sie empfinde. Sie ist nicht einfach nur so ein Mädchen wie jedes Andere. Sie hat etwas ganz besonderes und das liebe ich an ihr. Und ich musste es ihr sagen, ich konnte einfach nicht mehr.“, sagte Bill wieder unter Tränen. „Hey Bill, komm her und beruhig dich erstmal. Es wird alles wieder gut, gib Lea nur ein bisschen Zeit über die Trennung hinwegzukommen.“, sagte ich und nahm Bill dabei leicht in den Arm, was er sich aber nicht gefallen lies. „Nichts wird gut. Ich habe alles versaut. Sie wird mir das nicht verzeihen.“, schrie Bill mich an, schubste mich von sich weg, drehte sich um und rannte wieder aus der Haustür. „Hey Bill bleib hier, wo willst du denn jetzt noch hin?“, schrie Tom ihm noch hinterher, aber die Haustür fiel schon hinter Bill ins Schloss.
Kapitel 5:

*>Tom´s Sicht< *
Was war denn das? Dass Bill immer dazu neigte, sich zu schnell auf Mädels einzulassen, wusste ich ja schon, aber was er gerade gebracht hatte übertraf alles Bisherige um Längen. Anna sah mich ratlos an. Sie hatte ja keine Ahnung, was plötzlich mit Bill los war. ,,Ich geh mal hoch zu Lea.“, sagte Anna leise und erhob sich vom Sofa. Sie sah mich noch einmal an, lange. Ich nickte fast unmerklich und stand ebenfalls auf. Bevor sie die Treppe hoch ging, hielt ich sie sanft am Handgelenk fest. Sie drehte sich noch einmal zu mir um, ich küsste sie kurz. ,,Viel Glück.“, grinste ich, auch wenn das grade eigentlich nicht der richtige Zeitpunkt zum Scheiße machen war. ,,Danke, dir aber auch.“, antwortete sie und lächelte kurz. Dann verschwand sie nach oben. Ich sah ihr noch eine Minute nach, dann begann ich meine Schuhe und meine Jacke anzuziehen, nahm noch meinen Schlüssel ujah!d machte mich auf die Suche nach Bill.
*>Anna´s Sicht<*
Vorsichtig öffnete ich die Tür von Toms Zimmer. Lea lag auf seinem Bett, das Gesicht im Kissen versteckt. ,,Lea?“, fragte ich leise. Keine Reaktion. ,,Hey, Maus?“, versuchte ich es noch einmal, aber wieder bekam ich als Antwort nur ein Schweigen, das ab und zu von einem Schluchzer unterbrochen wurde. Leise schloss ich die Zimmertür wieder hinter mir und setzte mich neben Lea auf das Bett. Ich begann, ihr über den Rücken zu streichen. Sie schien mich überhaupt nicht bemerkt zu haben, denn sie zuckte etwas zusammen. ,,Hey, Maus, was ist los?“, wiederholte ich meine Frage noch ein drittes Mal. Dieses Mal hörte Lea mich. Sie drehte sich etwas auf die Seite und sah mich an. Ihr Gesicht war verheult und ihre verlaufene Schminke hatte schwarze Spuren auf ihren Wangen hinterlassen. ,,Was soll schon los sein, Anna? Es ist alles in Ordnung! Marvin hat sich zwar nur per SMS von mir getrennt und Bill Kaulitz, der Sänger der erfolgreichsten Teenieband Deutschlands, eröffnet mir ein paar Stunden später, dass er sich in mich verleibt hat! Aber sonst geht´s mir bestens! Ich hänge zwar noch an Marvin und bin total am Arsch, aber das ist ja nebensächlich!“ Sie schrie mich beinahe an. ,,Verdammt! Hätte Bill nicht wenigstens noch etwas warten können, bis er mir seine Gefühle gesteht?“ Jetzt verstand ich gar nichts mehr. ,,Wieso hätte er warten sollen?“, fragte ich total fragend.
*>Lea´s Sicht<*
Oh Scheiße, jetzt hatte ich mich verraten! Ich stotterte etwas herum: ,,Na ja,....weil,....ach ist egal.“ Ich wollte jetzt nicht darüber reden. Ich mochte Bill, klar. Aber nur so, wie ich auch die anderen drei Jungs mochte: als Freunde! Vielleicht würde ich irgendwann mal meine Meinung ändern, aber ganz bestimmt nicht in den nächsten Tagen!
Trotzdem, eine Frage brannte mir auf der Zunge: ,,Was ist denn jetzt mit den Jungs?“ Ich hätte mich ohrfeigen können, aber nun war es schon zu spät, die Frage war gestellt. Anna sah mich erstaunt an. ,,Naja, wir haben Bill gefragt, was los ist, als er plötzlich so verheult im Wohnzimmer stand. Und dann hat er es uns erzählt, aber dann ist er wieder raus gerannt. Und Tom hinterher und ich bin zu dir hoch gegangen.“, erklärte sie mir. Ich nickte nur leicht. 
*>Tom´s Sicht<*
,,BILL!“, rief ich. Wo konnte er denn nur stecken? So viele Möglichkeiten gab es hier ja eigentlich nicht. Auf gut Glück lief ich einfach mal so, geradeaus, auf die erste Wiese. ,,BILL!“, rief ich die ganze Zeit. Schließlich hörte ich ein leises ,,Ja.“ Es kam von dem Baum da vorne. Schnell rannte ich dorthin. Unter dem Baum saß Bill. Als er mich bemerkte schaute er auf. Ich sog scharf Luft ein, so aufgelöst hatte ich meinen Bruder schon lange nicht mehr gesehen. Seine Schminke war verlaufen und sein halbes Gesicht war von schwarzen Spuren überdeckt. Sofort hockte ich mich neben ihn und nahm ihn erst mal in den Arm. Das tat ich sonst eigentlich selten, viel zu selten, aber hier sah uns ja niemand. ,,Warum Tom, warum?“, schluchzte Bill und klammerte sich an mich. ,,Jetzt verliebe ich mich einmal und dann so was!“ Ich drückte Bill an mich, meinen kleinen Zwillingsbruder! Jetzt begann er richtig zu heulen. Ganze Sturzbäche rannen aus seinen Augen. Dass die alle auf meiner Jacke endeten war mir in diesem Moment egal. Es ging jetzt um Bill, nur um Bill, und nicht um meine Jacke!
*>Bill´s Sicht<*
Sehr weit rannte ich nicht - nur bis zum übernächsten Baum. Dort ließ ich mich auf die Erde fallen und heulte. Eine Minute später hörte ich auch schon Toms Stimme meinen Namen rufen. Als er ganz nah bei mir stand, sagte ich nur leise: ,,Ja.“. Sofort saß Tom neben mir und nahm mich in den Arm. Das liebte ich so an ihm. Auch wenn er immer so auf Macho tat, wenn man ihn brauchte, dann war er auch da! Ich heulte ihn bestimmt eine halbe Stunde lang voll. Mich wunderte, dass er nichts sagte, wegen seiner Jacke. Er drückte mich nur an sich und hielt mich im Arm. Das tat gut. Nachdem ich mich wieder einigermaßen im Griff hatte, fragte Tom vorsichtig: ,,Sollen wir wieder rein gehen? Anna wartet sicher schon auf uns.“ ich nickte und ließ mir von ihm beim Aufstehen helfen. Er hielt mir ein Taschentuch hin, das ich lächelnd annahm. Gemeinsam machten wir uns langsam auf den Weg zurück in unser Haus.
*>Anna´s Sicht<*
So, Lea schlief! Nachdem sie sich eine Dreiviertelstunde lang bei mir ausgeheult hatte, war sie, erschöpft vom vielen Weinen, eingeschlafen. Leise verließ ich das Zimmer wieder und schloss die Tür hinter mir. Gerade, als ich die Treppe runter kam, hörte ich, wie der Schlüssel ins Schloss geschoben wurde. Kurz darauf stand auch schon Tom im Flur, mit Bill! Erleichtert lächelte ich Tom an. Er lächelte kurz zurück. ,,Ich leg mich hin.“, sagte Bill leise und zog seine Schuhe aus. Tom und ich nickten nur und sahen dem verzweifelten Bill hinterher, wie er die Treppe zu seinem Zimmer hoch ging. ,,Lea schläft auch.“, informierte ich Tom. ,,Ich nehme mal an, du hast ihr noch nichts gesagt, oder?“, fragte er. ,,Spinnst du? Die hat grade genug Probleme! Hast du Bill was gesagt?“                                                 ,,Natürlich nicht.“ Wir grinsten.  Ich merkte, wie mir Tränen in die Augen stiegen, ich wusste nicht einmal wieso. Tom nahm mich in den Arm. ,,Komm mal her, Kleine.“, sagte er leise. ,,Was hältst du davon, wenn wir jetzt erst was essen und dann mal hoch in das Gästezimmer gehen und uns einen schönen Abend machen?“ Ich lächelte. ,,Viel. Aber warum ins Gästezimmer?“ ,,Weil Lea in meinem Zimmer schläft.“, grinste Tom. Ach, stimmt ja, das hatte ich ja schon wieder völlig vergessen. Zusammen machten wir uns ein paar belegte Brote und erzogen uns dann ins Gästezimmer, wo meine und Leas Sachen lagen. ,,Ich zieh mich noch schnell um.“, meinte ich und zog schon mal meine Jacke aus. ,,Gute Idee, ich auch. Ich komm gleich wieder.“, sagte Tom und verließ das Zimmer. Fünf Minuten später kam er wieder, nur  in Boxershorts. Ich musterte ihn von oben bis unten und grinste. ,,Nicht schlecht, Herr Specht.“                                                                               ,,Hey, hey, werd ja nicht frech hier.“, grinste er und streckte mir seine Zunge raus. Ich grinste weiter und legte mich ins Bett. Tom legte sich neben mich und streckte seinen Arm zur Seite aus, so dass ich mich darauf legen konnte. Ich kuschelte mich an ihn und küsste ihn sanft auf die Wange. ,,Das geht ja echt gut los hier.“, flüsterte ich leise. Tom seufzte. ,,Wem sagst du das? Hoffentlich kriegen die beiden sich wieder ein.“
,,Und was ist jetzt? Sollen wir ihnen morgen sagen, dass wir zusammen sind?“, fragte ich nochmals. ,,Lass uns das einfach entscheiden, wie es halt gerade passt.“, meinte Tom. Ich nickte, kuschelte mich noch enger an ihn und schloss die Augen. Er küsste mich auf die Lippen, nur ganz sanft, aber es reicht, um mich überglücklich zu machen.

Kapitel 6:

*>Lea´s Sicht<*
Ich öffnete langsam die Augen. Ich brauchte einen Moment, um mich daran zu erinnern, wo ich war. Als es mir wieder einfiel, traten mir Tränen in die Augen. Warum musste so etwas immer mir passieren? Mit einem Blick auf die Uhr stellte ich erschrocken fest, dass es erst halb neun war, aber ich konnte nicht mehr schlafen. Ich beschloss erst mal duschen zu gehen, Handtücher lagen ja im Gästezimmer. Ich öffnete leise die Tür, um niemanden zu wecken, aber das hätte ich lieber gelassen. Dort lagen Tom und Anna im Bett. Eigentlich logisch, wo hätten sie denn sonst schlafen sollen? Leise nahm ich mir zwei Handtücher und verschwand wieder aus dem Zimmer. Das Wasser tat gut, es machte mich wirklich wach. Ich ließ mir Zeit mit dem Duschen, viel Zeit. Nach einer halben Stunde war ich endlich fertig und ich zog mich an und föhnte meine Haare. Ich überlegte, ob ich mich schminken sollte, aber ich ließ es dann doch. Fertig angezogen und geföhnt ging ich die Treppe runter in die Küche. Ich öffnete die Tür - und blieb stehen. Dort saß Bill am Küchentisch. Er hatte mich noch nicht bemerkt. Eine Weile beobachtete ich ihn, obwohl er eigentlich gar nichts tat, außer da zu sitzen und vor sich hin zu starren. Schließlich hob er den Kopf. Schnell verschwand ich wieder und ging ins Wohnzimmer. ,,Lea?“, hörte ich Bills Stimme aus der Küche.
Ich blieb wie angewurzelt stehen und lauschte, was Bill jetzt tat. Ob er hinterher kommen würde, oder da blieb. Aber ich hörte nur ein verzweifeltes „Scheiße man!“  und ein trampeln, was die Treppe hoch ging. Oh man er tut mir doch leid, er kann doch eigentlich nichts dafür, dass er sich in mich verliebt hat, oder nicht? Aber anderseits hätte er mit seinem Geständnis auch noch warten können. Fragen und irgendwelche Feststellungen schwirrten in meinem kopf  umher. Soll ich ihm nachgehen? Soll ich mich mit ihm aussprechen und das klären? Ich entscheid mich, nach einer weile grübeln, dafür, dass ich hoch zu Bill gehe und das mit ihm kläre. Also ging ich hoch und klopfte an seiner Zimmertür. ,,Ja?“, hörte ich Bill´s stimme leise sagen. ,,Ich bin´s Lea, darf ich reinkommen?“, fragte ich. Doch ohne eine Antwort öffnete sich die Zimmertür und Bill stand vor mir. ,,Du Bill? Ich glaube wir sollten das noch einmal versuchen zu klären.“, sagte ich. ,,Öhm ja okay, komm rein!“, sagte Bill überrascht. Also setzte ich mich auf sein Bett. Schweigend saßen wir dann eine Weile einfach nur so da, bis Bill anfing etwas zu sagen: ,,Du Lea, ich weiß es war einfach alles zu plötzlich, dass ich dir das gesagt habe, auch schon wegen deinem Freund, aber ich musste dir das einfach sagen. Ich meine gut, wir kennen uns erst seit 3 Tagen, aber trotzdem ich konnte einfach nicht mehr.“ Er guckte mich an, doch ich entwich seinem blick. ,,Du Bill, es ist okay, dass du das gesagt hast, es war halt nur der falsche Zeitpunkt für grade so was, verstehst du? Und ich habe dich wirklich sehr gern und so, aber als Freund, zumindest im Moment. Und ich will auch nicht, dass unsere Freundschaft dadurch kaputt geht! Gib mir einfach ein bisschen zeit, okay? Das musst du verstehen!“, antwortete ich darauf. Ich musste aber die ganze Zeit auf den Boden starren. Ich konnte Bill dabei einfach nicht in die Augen gucken, es ging einfach nicht. ,,Okay, ich will ja auch nicht, dass unsere Freundschaft durch meine Liebe zu dir kaputt geht, also muss ich da wohl was ändern.“, sagte Bill und wurde von Wort zu Wort leiser. ,,Aber ich verstehe dich ja auch und will das geklärt habe.“ Ich hob meinen kopf und sah Bill an. ,,Okay, danke Bill, aber änder an deiner liebe zu mir nichts, okay?“   ,,Okay“, antwortet mir Bill immer noch traurig und mir war, als sah ich eine Träne über seine Wange laufen. Ich nahm meine Hand und wischte sie ihm weg. Er guckte mich an, genau in die Augen. Seine wunderschönen, haselnussbraunen Augen strahlten. Aber nicht so wie immer. Sie strahlten Trauer aus. Ich musste Bill einfach in den Arm nehmen. Ich war froh, dass ich das jetzt mit Bill geklärt hatte. Zwar nicht so, dass alle glücklich waren, aber im Moment ging es einfach nicht anders. Nach einer Weile klopfte es an der Tür.  „Ja?“, sagte Bill und wischte sich noch die letzte Träne aus dem Gesicht. Und schon standen Anna und Tom in der Tür. „Oh, guten Morgen!“, sagte Bill´s Bruder überrascht. „Guten morgen! Und, also, nur damit wir es gleich klar stellen können, es ist wieder alles einigermaßen in Ordnung, zwischen Lea und mir.“, sagte Bill. Tom guckte mich an und ich nickte ihm nur leicht zu. „Das ist schön, dass ihr das geklärt habt.“, sagte Anna erleichtert. Ich glaube, sie war jetzt auch ein bisschen glücklicher, aber trotzdem hatte ich irgendwie Gefühl, dass sie mir etwas verschwieg. „Du Anna? Können wir gleich mal reden? Also unter vier Augen?“, fragte ich sie gleich. „Öhm, ja klar, können wir machen!“, sagte sie. „Okay gut.“, lächelte ich ihr zu. „Wenn ich mal stören darf, hier bei euch beiden?!“, mischte Tom sich ein. „aber was wollen wir heute machen?“ Das war eine gute Frage. „Ich weiß ich nerve, aber kann ich bitte schon mal mit Anna reden?“, fragte ich bittend und nahezu schon drängelnd. „Na, dann geht schon, ich glaube Bill hat da auch nichts gegen!“, sagte Tom und schaute in Bill´s Richtung, der aber reagierte gar nicht. Er war immer noch so traurig und nachdenklich drauf. Er tat mir immer noch so leid. Ich starrte Bill einfach nur an, bis ich einen stups in meine Seite bekam. Anna. „Kommst du denn jetzt?“, fragte sie mich. „Öhm…ja klar!“, sagte ich etwas verwirrt. Wir gingen die Treppe runter, zogen uns Schuhe und Jacken an und gingen raus in den nahe liegenden Park. Als wir dort ankamen, setzten wir uns auf eine Bank. „Du Anna, du weißt, dass du mir alles erzählen kannst, oder?“, fragte ich sie. „Ja na klar weiß ich das, wieso?“, fragte sie überrascht. „Weil…weil ich so das Gefühl habe, dass du mir was verheimlichst!“ „Nee, tue ich aber nicht. Ich meine, wieso sollte ich dir was verheimlichen?“  „Hey komm Anna, ich kenne dich jetzt echt schon lange genug und ich sehe das, wenn du mir was verheimlichst, also raus mit der Sprache!“  „Lea…ich, ich weiß nicht, ob ich dir das sagen kann, aber du lässt ja eh nicht locker. Also, du weißt doch noch, auf der Bank hier im Park als du Tom und mich alleine gelassen hast.“, sie stoppte und ich sah sie erwatungsvoll an. „Ja also da hat er mir gesagt, dass….dass er mich liebt!“ Okay ich hab es ja schon fast geahnt, aber ich verstehe nicht, wieso sie mir das nicht sagen wollte. „Und wieso hast du mir das nicht früher gesagt? Ich freue mich voll für euch. Und ich bin deine Freundin, mir kannst du das sagen!“, sagte ich. „Ja weil ich dachte wegen der ganzen Sache mit Marvin und Bill und so, verstehst du? Ich wollte dann nicht mit Tom gleich ankommen, wenn es dir so scheiße geht. Ich dachte du würdest das nicht okay finden.“ Anna guckte die ganze Zeit über auf den Boden. Ich nahm meine Hand und hob damit ihren Kopf, sodass sie mich anguckte. „Nein Anna, es ist okay für mich. Ich finde es toll, dass ihr zusammen seid. Aber wenn er stress macht, bekommt er´s mit mir zu tun!“, sagte ich ironisch und nahm sie in den Arm. „Danke Lea, du bist echt eine tolle Freundin!“  Danach quatschten wir noch eine Weile so über dies und das und gingen dann langsam wieder zum Haus der  Zwillinge zurück.
Kapitel 7:
*>Lea´s Sicht<*
Als wir dort angekommen sind, war es ganz still. Anna und ich guckten uns nur überrascht an. Wie kann es denn bitte bei den Zwillingen so ruhig sein. Wir wollten hoch gehen und gucken ob die beiden in ihren Zimmern waren, als wir hörten wie jemand Gitarre spielte und ein anderer dazu sang. Wir guckten uns nur an und wussten woher es kam und wer es war. Also gingen wir zu Bill´s Zimmer, machten leise die Tür auf und lauschten den beiden.
„Ich schrei in die Nacht für dich,
Lass mich nicht im Stich
Spring nicht!
Die Lichter fangen dich nicht
Sie betrügen dich
Spring nicht!
Erinner’ dich an dich und mich
Die Welt da unten zählt nicht
Spring nicht!“
Tom ließ seine Gitarre ausklingen. Bill sang so wunderschön. Mit voller Gefühl. Mir kullerte eine Träne die Wange runter. Da bemerkten die Jungs uns auf einmal.
„Oh, hi da seid ihr ja endlich!“, sagte Bill und guckte mich an. Etwas seltsam guckte er mich ehrlich gesagt an. Schnell wischte ich mir die Träne aus dem Gesicht. „Sag mal, was ist los, Lea?“, fragte Tom mich plötzlich. „Nichts, ich fand es nur wunderschön, wie Bill gesungen hat und du auf deiner Gitarre gespielt hast.“, sagte ich lächelnd. „Oh, Dankeschön! Es ist schon ein Lied was auf unser neues Album drauf kommt.“ sagte Bill stolz und schüchtern zugleich. „Ja das neue Lied ist echt voll toll. Haste toll gespielt Schatzi.“, sagte Anna mit einem grinsen im Gesicht und gab Tom, der ebenfalls so grinste, einen Kuss. Ich guckte Bill etwas merkwürdig an, weil er so dumm in der Gegend rumgrinste. „Was guckst du eigentlich so  komisch? Hast du noch nie jemanden küssen gesehen?“, sagte Bill und lachte. „Ha, ha, ha! Ich dachte nur, dass du noch nicht bescheit wusstest.“, sagte ich gekonnt (*g*) eingebildet. „Tja, ich weiß es schon länger als du, haha…ätsch!“, sagte er genauso zurück und streckte mir seine Zunge raus. „Tz, als ob…“, Ich spielte jetzt einen auf beleidigte Leberwurst, bis ich auf einmal was weiches, aber doch irgendwie hartes spürte. Was konnte es wohl sonst sein, als ein Kissen. Ich guckte nur hoch und sah Bill wie er mal wieder genauso dumm vor sich hin grinste wie eben. Ich schrie nur noch ein ’’Na warte“ und schon nahm ich mir ein Kissen und sprang auf Bill drauf, der auf seinem bett saß und glaube ich seinen Wurf von vorhin bereute. So sah er zumindest aus. Das gab nämlich alles erstmal eine saftige Kissenschlacht zwischen mir und ihm. Die anderen beiden hielten sich lieber raus und guckten uns lachend zu. Bis Anna unser gejage durch das Zimmer unterbrach. „Hey, hey, hey…stopp jetzt mal bitte hier.“ Ich und Bill hörten schnell auf, weil Anna echt laut geschrieen hatte. Okay anders hätten wir es auch bestimmt nicht mitbekommen. „Öhm, okay. Man Bill, toll, danke! Nur wegen dir sind jetzt meine Haare total durcheinander.“, meckerte ich ihn an und versuchte sie wieder etwas normal zu legen. „Ha, ha, ha…und was ist mit meinen? Die sind ja wohl noch schlimmer. Und außerdem, bei mir isses viel schlimmer, weil ich dafür heute morgen 2 Stunden gebraucht habe.“, meckerte der genau so zurück, sprang auf und rannte ins Badezimmer. Als er aus dem Badezimmer kam, war er wieder fertig gestylt. Jetzt hatte er sich aber seine Haare geglättet und sie lagen ihm bis zur Schulter. „Boah, endlich ey. Hat ja lang genug gedauert!“, sagte Tom gleich zu seinem Zwilling. Als die Jungs weiter drüber diskutierten wer wie lange im Bad brauchte, vibrierte plötzlich mein Handy. Ich las die SMS:
’Hey Lea. ich wollte mal gerne wissen, wann ihr endlich mal wieder nach Hause kommt. Wenn es euch nichts ausmacht, kommt bitte gegen Abend und nicht allzu spät. Bis später, Mama.’
„Öhm, Jungs, wenn ich euch mal unterbrechen dürfte?! Meine Mum hat mir grade geschrieben und wir sollen heute gegen Abend wieder nach Hause kommen, aber nicht allzu spät.“, berichtete ich den anderen. Anna guckte nicht gerade sehr begeistert. „Und was ist mit den Jungs?“, fragte sie. „Ja, also von mir aus können sie ja gerne mitkommen und heute Abend könnten wir ja zusammen irgendwohin einen trinken gehen.“, grinste ich in die Runde. „Ja okay, aber da gibt’s mal wieder ein Problem und zwar wollte Andi heute mit seiner Freundin zu uns kommen und so ungefähr ne Woche bei uns bleiben,  weil wir haben ihn ja auch schon lange nicht mehr gesehen.“, sagte Bill mit angeschlagener aber auch wiederum erfreuter Miene. „Na dann ist das ja meine Chance ihm meine Freundin vorzustellen.“, grinste Tom ihn an. „Ja, also kommt ihr gleich mit zu mir nach Hause. Ich denke das geht klar, dass ihr alle bei mir pennt. Müssen nur gucken wo wir euch unterbringen, aber das klappt bestimmt?!“, lächelte ich Anna an. „Okay, ich geh mal schnell meine Sachen holen, bis gleich.“, rief Tom und war schon halb aus dem Zimmer. „Wenn wir heute Abend weggehen… oh man ich weiß gar nicht was ich anziehen soll. Helft mir doch mal Mädels.“, sagte Bill verzweifelt. Ich musste lachen und Anna stimmte sofort mit ein. „Bill? Du siehst immer gut aus, egal was du anhast. also zieh irgendwas an.“, zwinkerte Anna ihm zu. Ich musste immer noch lachen. Bill guckte mich nur böse an, nahm sich irgendwelche Sachen aus seinem Schrank und war auch schon wieder im Badezimmer verschwunden. Nun waren Anna und ich mal wieder alleine, ohne die Jungs.
„Ach, Mensch ich find das so toll, dass du dich wieder so gut mit dem Bill verstehst.“, lächelte Anna. „Ohja, find ich auch. Mal gucken, was sich heute so alles ergibt und ich freu mich ja auch schon so auf den Andi.“, grinste ich. „Ja ich auch mal schauen wie der so ist.“ Anna konnte den Satz noch grade so aussprechen, da ging auch schon die Tür auf und Tom stand mit einem Rucksack auf einer Schulter. „Also von mir aus können wir los. Ich glaube nach Hameln fährt noch ein Zug den wir noch bekommen könnten um 14:25 Uhr. aber wie ich Bill kenne, wird er das in ner Dreiviertelstunde bestimmt nicht schaffen.“, sagte Tom voller Elan und verdrehte die Augen. Wir unterhielten uns noch knappe Zehn Minuten, bis auf einmal die Tür aufknallte. „So ich bin dann mal fertig.“, da stand auch schon der fertige Bill in der Tür und grinste uns voller Stolz an. „Mensch du bist heute aber einer von der ganz schnellen Sorte, aber leider muss ich noch mal ins Bad. Du Bill könnte ich vielleicht Kajal haben?“, grinste ich ihn an. „Öhm, ja klar. Der liegt da irge4ndwo rum musst mal gucken, aber beeil dich.“  „Danke, aber das musst grade DU sagen.“ Das Wort “du“ betonte ich richtig und huschte schnell ins Badezimmer. Nach circa Zehn Minuten, und das war mal gar nicht so lange, stand ich fix und fertig in Bill´s Zimmer.
„So wir können los und ich glaube, wir müssten uns jetzt echt mal ein bisschen beeilen.“, sagte ich und bekam auch gleich einen dummen Spruch zurück. „Ja an wem das wohl liegt, dass wir zu spät kommen. Ich will ja keinen angucken, nä Lea?!“, sagte Bill und guckte mich dabei natürlich an. „Hahaha der war gut Bill.“
„Hey, Leute keine Streitereien hier, wir müssen los.“, unterbrach Tom uns, nahm Anna´s Hand und ging die Treppe runter. Bill und ich folgten den beiden.
Als wir endlich am Hauptbahnhof angekommen sind, bekamen wir grade noch so unseren Zug, der uns nach Hause bringen sollte. Als wir im Zug saßen, bekam ich wieder eine SMS von meiner Mutter. Was die auch immer wollte, dachte ich und verdrehte die Augen. Ich öffnete sie: ‚Hey, sorry, dass ich euch/dich oder wie auch immer, immer störe, aber ich wollte nur sagen, dass dein Vater und ich kurzfristig nach Berlin müssen. Sind Montagmorgen wieder da. Mach dir ein schönes Wochenende, Mama.’
Ich freute mich, weil dadurch ja mein ganzes Wochenende und auch das von Anna, gerettet war. „Yeah, Leute ich hab’s Wochenende Sturmfrei. Meine Eltern mussten nach Berlin, da stimmt was mit dem Haus nicht. Also geht das alles klar mit dem pennen.“, sagte ich freudig. „Sind deine Eltern dann gleich, wenn wir nach Hause zu dir kommen noch da, oder sind die dann schon weg?“, fragte Bill mich. „Also wenn wir früh genug da sind, erwischen wir sie noch.“, zwinkerte ich ihm zu.
Kapitel 8:

*>Lea´s Sicht<*
Die Zugfahrt dauerte etwa eine halbe Stunde und als wir endlich zu Hause waren, erwischten wir grade noch so meine Eltern. Ich rannte noch schnell zum Auto und beide stiegen noch einmal aus, weil sie wohl Bill und Tom bemerkt haben. Sie waren nicht grade doll vermummt, nur ein bisschen. Aber wenn man weiß wie sie aussehen und sie genau ansah merkte man, dass es Tokio Hotel war. Meine Mutter musterte die beiden skeptisch. „Du Lea wer sind die denn? Sind das nicht…?“, weiter kam sie nicht, weil ich sie unterbrochen hatte. „Ja Mama, das sind Bill und Tom. Anna und ich haben sie in Hannover kennen gelernt. Das waren auch die beiden die vor unserer Tür standen, nur dass Gustav und Georg nicht dabei sind.“, erklärte ich ihr. Meine Mutter guckte mich verwundert an. Dann bekam mein Vater den Blick, der auch gleich auf die Zwillinge zuging und ihnen die Hand gab. Meine Mutter machte es ihm nach. „Hallo, ich bin die Mutter von Lea. Freut mich.“, sagte sie noch und wandte sich dann wieder Anna und mir zu. „Und was habt ihr jetzt vor?“, fragte sie. „Wir wollten eigentlich mit Bill, Tom, Andi und deren Freundin heute Feiern gehen, nach Hameln. Weil Bill und Tom Andi so lange nicht mehr gesehen haben.“  „Hmm…“, meine Mutter wollte irgendwie nicht zustimmen, da mischte sich mein Vater ein, der mir alles erlaubte, wenn es um´s Party machen ging. „Lass sie. Aber das ihr beiden mir gut auf meine Mädels aufpasst.“, sagte mein Vater zu Bill und Tom gewandt und zwinkerte ihnen zu. Die beiden grinsten und sagten im Chor: „Ja klar machen wir doch gerne.“ Wir mussten lachen. Das war klar, dass die beiden das wieder mit so einem grinsen sagen mussten. Wir unterhielten uns noch ein wenig mit meinen Eltern und verabschiedeten uns. Ich nahem meine Eltern in den Arm, genauso tat es auch Anna. Sie war zwar noch nicht lange hier, aber ich glaube meine Eltern mochten sie wirklich sehr gerne. Bill und Tom gaben ihnen nur nacheinander die Hand. Dann fuhren sie weg. Endlich weg. Und ich hatte mit meinen Freunden ein schönes Wochenende vor mir. Ich freute mich. Ich war auch ganz gespannt auf Andi und seine Freundin.  „Sagt mal, wann kommen denn eigentlich Andi und seine Freundin? Und die kommen doch dann zum Bahnhof nach Hannover oder nicht?“, fragte ich gleich. „Öhm die wollten in Moment, genau zweieinhalb Stunden in Hannover ankommen. Aber du hast Recht wie sollen die denn dann hierher kommen?!“, sagte Bill und tippte sofort irgendeine Nummer in sein Handy ein. „Hey Andi, hier ist Bill. Ich wollte nur kurz bescheid sagen, dass es eine kleine Plan Änderung gibt. Also ihr müsst mit dem Zug in dem ihr seit nach Hameln kommen okay? Wir stehen dann da am Bahnhof, aber kann sein, dass wir etwas vermummt sind.“, lachte er ins Telefon. Dann war kurz Stille. Andi musste grade wohl etwas sagen. „Ja, okay dann bis nachher. Ja Bye.“, sagte er noch schnell und legte auch schon auf. „Also wir müssen in eineinhalb Stunden am Bahnhof sein. Sie kommen auf Gleis 5 an.“, berichtete er und redete wie ein Wasserfall. „Okay, dann können wir ja noch so lange rein gehen, oder wollt ihr hier alle auf der Straße vergammeln?“, fragte Anna. „Genau Anna hat Recht. Ich bin auch dafür, dass wir hoch gehen.“, stimmte Tom ein und rannte in die von meinen Eltern komischerweise offen gelassene Tür. „Tom warteee, du weißt doch gar nicht wo lang.“, schrie ich ihm hinterher. „Anna ist doch hier die wird´s wohl wissen.“, schrie er zurück und rannte weiter. Bill und ich guckten uns an, lachten und gingen den beiden hinterher. Wir setzten uns oben in mein Zimmer und unterhielten uns. Zwei Stunden später gingen wir auch schon los zum Bahnhof und warteten auf den Zug von Andi und Janna auf Gleis 5. 
Wir saßen schon eine ganze Weile am Bahnhof und warteten auf die beiden. „Boah ey, langsam kann der Zug hier aber auch ma’ antraben!“, meckerte Tom und wir anderen waren auch schon sichtlich genervt. „Alles wird gut Tom, guck ma die Schranken gehen auch schon runter, also issa’ auch gleich da.“, sagte ich. Der Zug kam angefahren und die Zwillinge freuten sich riesig. Da gingen auch schon die Türen auf und ich und Anna wurden immer aufgeregter. Und dann kam er raus. Andi. Er sah echt toll aus. So, wie sie ihn immer alle beschreiben. Er hatte lange blonde Haare, die ihm lang ins Gesicht vielen. war groß und schlank und hatte einfach nur einen geilen Style, der mir von mir sehr bekannt vorkam. Neben ihm ging Janna. Sie war richtig hübsch und sie hatte genau den gleichen Style. Das brachte mich zum Schmunzeln. Janna hatte längere dunkle Haare mit blonden und lila Strähnchen drin, hatte einen Nietengürtel um, eine schwarze Hose an und ein Lila T-Shirt mit einem schwarzen Top drüber. Andi hatte schon ein breites grinsen in seinem Gesicht und kam auch schon in schnellen Schritten auf die Zwillinge zu. „Hey, ey boah ham’ wir uns schon lange nicht mehr gesehen.“, sagte er und umarmte Bill und Tom nacheinander. Genau das tat Janna auch, nur die Jungs bekamen noch ein Küsschen von ihr auf die Wange. „Hey kleine, schick siehste aus mit deinen neuen Haaren.“, sagte Tom und zwinkerte ihr zu.  Bill nickte nur zustimmend und sagte: „Also wenn wir euch jetzt mal die beiden Mädels vorstellen dürfen, das sind Lea und... “, Bill wollte eigentlich noch weiter reden, aber da kam Tom ihm dazwischen. „Und das ist sie. Meine Freundin, Anna.“, stellte er sie vor und gab ihr einen Kuss. Ich wusste nicht, wie ich mich verhalten sollte. Da kam Janna auch schon. „Hey, ich bin Janna.“, sagte sie freundlich und umarmte mich. Dann kam Andi auf mich zu. Ich fand ihn schon immer toll, also war ich auch leicht nervös. „Hey, kennst mich bestimmt schon, nä?“, grinste er und umarmte mich auch. „Ja, so vom sehen von Fotos.“, gab ich ihm als Antwort. Beide gingen noch zu Anna und umarmten sie auch. Sie guckte mich echt verwundert an. Ich guckte genauso überrascht zurück, weil wir die beiden ja noch gar nicht kannten. Aber sie passten echt super zusammen. Nach noch längerem quatschen am Bahnhof, gingen wir schließlich zu mir nach Hause. Als wir dort angekommen sind, gingen wir hoch in mein Zimmer. Es war inzwischen schon halb Sechs, weil wir echt viel Zeit mit reden verbrachten.
„Was meint ihr was wir heute machen könnten?“, fragte Andi in die Runde.
„Also ich weiß nicht, aber mit euch in die Disco zu gehen, ich meine euch kennt doch echt jeder. Wollen wir nicht nur ins Unikum, dass ist so ne Kneipe. Ist ganz geil da!?“, sagte ich. „Ja, das hab ich mir auch schon so gedacht, also lass lieber dahin.“, fügte Bill zu. „Wann wollen wir denn los? Weil wenn’s euch nichts macht, wollte ich noch mal schnell Duschen.“, fragte Janna. „Ja, also ich wollte auch noch. Wir können das ja so machen, dass wir fahren,  wenn wir alle fertig sind.“, gab ich ihr als Antwort.  „Okay, das ist gut.“
Janna und ich gingen duschen. Anna setzte sich so lange vor meinen PC und die drei Jungs wollten mal ein bisschen unter sich sein und gingen raus.
Eine halbe Stunde später ging ich wieder fertig geduscht in mein Zimmer zurück. Da saßen Janna, die auch fertig geduscht war, und Anna, und unterhielten sich.  „Hey, da bist du ja endlich, weißt du wann die Jungs wieder kommen wollten?“, fragte Anna mich gleich. „Nee du, sorry, aber es ist ja auch noch früh und die drei brauchen glaube ich auch noch ein bisschen Zeit für sich. Ich meine sie haben sich ja schon lange genug nicht mehr gesehen. Wir können in der Zeit ja auch noch ein bisschen labern.“, zwinkerte ich Janna und ihr zu. Schon ging das Gelaber los, bis Janna mich an meiner Schwachstelle traf.


Kapitel 9:

*>Lea´s Sicht<*
Im Moment war es Bill, oder überhaupt Jungs. Gestern und heute ging es eigentlich so mit ihm, aber jetzt kam bei dem Thema wieder alles hoch. „Was läuft da eigentlich zwischen dir und Bill, Lea? Ich habe letztens mal mit ihm Telefoniert und ihm ging’s richtig scheiße, da hab ich ihn gefragt was los ist, aber er meinte nur es hat was mit dir zu tun. Mehr wollte er dann wiederum auch nicht mehr sagen.“, fragte sie. Ich war geschockt, dass es ihm wegen mir echt so dreckig ging. Ich erzählte Janna alles, weil ich bei ihr jetzt schon das Gefühl hatte, dass sie keinem was sagt und auch eine gute Zuhörerin ist. „Oh Gott, das tut mir leid. Geht’s dir denn jetzt wieder besser und was wird jetzt aus dir und Bill?“, fragte sie mich in einem Mitleidigen Ton. „Ja, mir geht’s schon wieder besser und was aus mir und Bill wird… das weiß ich selber noch nicht so genau. Weißt du, ich kann jetzt noch keinen neuen Freund haben, aber ich empfinde für ihn doch schon richtig viel, also mehr als Freundschaft. Aber das mit Marvin, das…das tut da drin noch so weh, weißt du?“, sagte ich und ich musste wieder weinen. „Hey komm mal her. Ich versteh das, Lea. Ich kenne das nur zu gut.“, sagte Janna zu mir und nahm mich in den Arm. Auf einmal ging die Tür auf und die Jungs standen im Zimmer. „Sorry Janna, aber ich muss hier raus.“, sagte ich ihr schnell ins Ohr und ging zur Tür, wo Bill stand. Ich guckte ihn an und er hatte wieder diesen Blick. Alles kribbelte. Ich konnte nicht mehr und die Tränen liefen mir lautlos über mein Gesicht. Ich rannte raus. Als ich draußen war, dachte ich mir ‚Jedes mal, wenn ich ein Problem hab, renn ich davor weg. Das geht doch nicht. ‚
*>Bill´s Sicht<*
Tom, Andi und ich wollten wieder zurück zu den Anderen. Als wir wieder da waren, gingen wir hoch in Lea´s Zimmer. Ich machte die Tür auf und sah, wie sie bei Janna in den Armen lag. Wenn ich mich nicht verhört hatte, hörte ich sogar ein leises schluchzen. Wieso weint sie? Sie darf nicht weinen. Das tut mir weh. Weh im Herzen. Ich liebe sie doch. Als ich wieder aus meinen Gedanken erwachte, sah ich wie Lea etwas zu Janna flüsterte und Richtung Tür kam. Sie sah mich an. Lange. Ganz tief in die Augen. Sie waren wunderschön.
Mir kam es vor wie Minuten, aber es waren nur Sekunden. Ihr liefen lautlos die Tränen nur so über Wangen. Sie löste sich von meinem Blick und ging aus der Tür. Ich guckte ihr nur hinterher, ging zu ihrem Sofa und setzte mich erstmal. ich legte meinen Kopf in meine Hände und seufzte erstmal tief. Anna kam, setzte sich neben mich und legte einen Arm um meine Schulter. „Warum hat sie geweint? Ich mache ihr Leben kaputt. Es wäre doch besser gewesen, wenn ich sie erst gar nicht kennen gelernt hätte.“, sagte ich und mir kullerte eine Träne die Wange runter.  „Ähm Leute ich glaube ich gehe ihr mal hinterher, okay?“, sagte Andi auf einmal. „Ja geh und beeil dich.“, sagte Anna voller Sorge. „Mensch Leute ich will nicht mehr. Ich liebe sie. Da kann ich doch auch nichts dafür. Aber ich will nur, dass sie glücklich ist.“ Nun brach ich in Tränen aus. Mein Bruder kam zu mir und umarmte mich. Es tat so gut ihn mal wieder in den Armen zu haben.  Ich hab ihn doch so lieb, doch ich glaube, ich zeige ihm es zu wenig.

*>Andi’s Sicht<*
Ich rannte die Treppe runter und raus. Die beiden taten mir so leid. Ihnen ging es beiden schlecht, aber ich glaube, dass Lea mal eine Außenstehende Person zum Reden brauchte.
Ich lief und lief und kam irgendwann an einer komischen Bank an, wo Lea saß. Sie hatte ihren Kopf in ihren Händen vergraben und man hörte ein leises schluchzen. Ich setzte mich neben sie. Sie schaute auf, um zu gucken, wer neben ihr saß. „Was machst du denn hier?“, fragte sie mich total schüchtern und wischte sich die Tränen weg. „Ich wollte gucken was mit dir ist. Lea jetzt mal ehrlich, liebst du Bill oder nicht? Du weißt, dass er dich über alles liebt. Er sitzt bei dir auf’m Bett, liegt bei seinem Bruder in den Armen und weint.“, sagte ich. Sie guckte mich entgeistert an.  „Er…er weint? Wegen mir?“ „Ja Lea. Allein wegen dir, weil er dich liebt.“  „Weißt du, ich empfinde was für ihn. Mehr als nur Freundschaft. Aber, mein Freund hat erst Schluss gemacht…ich weiß nicht ob ich das schon kann,  aber mal sehen was heute Abend so kommt. Ich will ihm nur nicht wehtun.“
„Aber Lea, denk doch erstmal daran, wie schön es wäre mit ihm zusammen zu sein. Er ist ein total lieber Mensch und tut dir nicht weh. Denk nicht immer an das, was danach kommen könnte, sondern nutze den Zeitpunkt aus. Klar du musst in die Zukunft gucken sonst kommst du nicht voran, aber trotzdem, okay?“ Ich sagte das und hoffte, dass sie diese Worte ein wenig aufbaute. „Ja mach ich Andi. Danke. Danke für das eben.“, sagte sie mir immer noch schüchtern. „Hey, hab ich gerne gemacht!“, sagte ich und nahm sie in den Arm. „Komm, lass uns wieder zurück gehen ja?“, fragte ich sie. Sie stimmte zu und wir machten uns auf den weg nach Hause. Als wir bei ihr zu Hause angekommen waren, gingen wir wieder hoch in Lea´s Zimmer. Da saß Bill. Mit Tom im Arm. Ich glaube, es ging ihm wirklich schlecht. Lea sah Bill an und beobachtete ihn. Nach längerer Zeit sah sie mich  an und ich machte eine Geste, dass sie näher zu ihm gehen sollte. Janna bemerkte uns und kam auf mich zu. „Hey schatz, ist wieder alle in Ordnung mit ihr?“, fragte sie mich flüsternd. „Naja es geht. Also ich glaube ich habe ihr einiges klar gemacht, aber den Rest muss sie alleine schaffen. Ich hoffe, das bekommt sie hin.“ „Ja, du hast Recht, aber ich glaube sie ist ein starker Mensch.“, sagte sie. Daran glaubte ich. Ich gab Janna kurz einen Kuss auf die Stirn und guckte wieder zu Lea.
*>Lea´s Sicht<*
Als Andi und ich wieder zu Hause waren, gingen wir wieder hoch in mein Zimmer. Ich sah Bill dort auf meinem Bett sitzen. Er lag bei Tom im Arm. Ich hörte ein leises schluchzen. Ich wusste nicht was ich machen sollte und guckte Andi erwartungsvoll an. Er machte eine Geste, dass ich näher zu Bill gehen sollte. Als ich knapp vor ihm stand, löste Tom sich aus der Umarmung und ging weg. Genauso tat es auch Janna. Bill bemerkte mich und guckte hoch. Seine Schminke war verlaufen. Er sah schlimm aus. Fertig, einfach nur fertig. Ich wusste nicht, dass er wegen mir so fertig sein konnte. Er stand auf. Wie gerne würde ich ihn in meinen Arm nehmen. Er sah mich an. Wieder dieses kribbeln. Ich liebte ihn. Ich glaube, er wusste nicht wirklich was er machen sollte. Diesmal musste ich den ersten Schritt machen und nahm ihn in den Arm. Ich drückte ihn ganz fest an mich und flüsterte ihm nur ein „Tut mir leid. Es tut mir alles so leid!“ ins Ohr. „Nein, muss es nicht. Ich lass dir Zeit.“, bekam ich zurück. Nach einer Weile lösten wir uns und Bill wischte mir eine Träne aus meinem Gesicht. Anna sah mich an und lächelte. Es war so ein hin und her zwischen Bill und mir, aber ich glaube, dass es nicht mehr lange dauern würde.
Kapitel 10:
*>Lea´s Sicht<*
„Wollen wir jetzt gehen?“, fragte ich. „Ja klar können wir machen.“, sagte Tom. Er ging zu Anna und nahm sie von hinten in den Arm. Sie waren so süß zusammen. Ich beneidete sie, aber ich war richtig glücklich sie so zu sehen. 
Wir packten alle unsere Sachen zusammen und machten uns auf den Weg nach Hameln. Als wir in Hameln angekommen sind, bekamen wir schon seltsame blicke von irgendwelchen Jungen oder Mädchen zugeworfen. Ich hatte das Gefühl, dass sie die Zwillinge erkannten.
Aber auf der andren Seite glaubte ich auch, dass es daran lag, dass ich sonst immer mit meiner besten Freundin hier war. Sie kannten mich mit keinem Anderen. Aber im Moment lief es richtig scheiße mit ihr. Sie war mir so was von wichtig. Sie war das Beste in meinem Leben, aber ich wohl für sie nicht.
Wir hatten uns vor drei Wochen ziemlich wegen einem Jungen gestritten und ab da an kein Kontakt mehr. Ich habe viel um sie geweint. Mir wurde aber von vielen gesagt, dass ich jemand besseren verdient habe. Gut, sie war an vielen Dingen Mitschuld, aber ich habe immer alles auf mich gezogen, die ganze Schuld. Aber an dem Tag konnte ich nicht mehr. Es war ein Stich in mein Herz, aber es musste alles raus. Als ich all das dachte, schaute ich auf den Boden. Wieso bin ich eigentlich noch hier? Mein Leben hat keinen Sinn mehr. Aber vielleicht sollte ich echt nach vorne schauen. Ich war noch total in meinen Gedanken vertieft, als wir am Unikum ankamen.  „Hier ist es doch, oder Lea?“, fragte Bill mich und holte mich schließlich aus meinen Gedanken. „Ja, lasst uns rein gehen.“, gab ich ihm als Antwort. Als wir drin waren, waren noch nicht all zu viele  Leute da und wir suchten uns einen Tisch in der hintersten Ecke. Wir saßen uns hin und schon kam die Bedienung. Wir bestellten uns alle etwas zum Trinken und laberten über viele Dinge. Andi fing an zu erzählen, was die Twins und er schon alles so zusammen erlebt haben. Es war mega lustig. „Ja, es war früher schon alles geil mit den beiden. Man hatte sie immer da, wenn man wollte. Man konnte einfach mal bei ihnen zu Hause vorbei gehen, und jetzt? Ja, jetzt sind sie fast jeden Tag in einer anderen Stadt. Sie sind nicht abgehoben, aber so als bester Freund hat man nur noch wenig von ihnen und vermisst sie schon!“, sagte Andi und entwich dem Blick der Twins. „Hey Andi, du bist und bleibst unser bester Freund. Klar wir sind nicht oft da, aber komm wir schaffen das. Wir haben schon so viel geschafft, da bekommen wir das wohl auch noch hin! Wir vermissen dich doch auch immer!“, sagte Tom. Bill nickte ihm nur zustimmend zu. Janna nahm Andis Hand und lächelte ihm zu und bekam auch ein lächeln zurück. Nach einer Weile musste ich mal kurz auf die Toilette. Da Anna auch gerade musste, gingen wir zusammen. (Typisch Mädchen g) Als wir dann fertig waren und zurückkamen, war es auf einmal schlagartig voller geworden. Es war eine größere Gruppe von Jugendlichen. Ich sah sie mir an und wollte mich grade setzen, da entdeckte ich in der gegenüberliegenden Ecke jemand blonden. Er hatte wen auf dem Schoß und wohl auch eindeutlich seinen Spaß dabei. Und dieser jemand sah Marvin verdammt ähnlich. Ich musste ein zweites Mal hingucken, aber dann war ich mir sicher, dass er es war. Mit meiner Erzfeindin. Ich starrte die beiden einfach nur so an, bis Marvin mich auf einmal sah. Er guckte mich gehässig an und küsste seine neue gleich noch mal. Was ich auf einmal für eine Wut auf ihn hatte. Wollte er mir damit jetzt wehtun, dass er mit der Person, die ich am meisten hasste, rummacht? Das kann er vergessen. Und ich vergesse IHN! Und wenn ich ihn so sehe, dann ist da keine Liebe mehr. Da ist dann einfach nur Hass. Hass, dass er sich mit meiner Feindin „tröstet“, oder was auch immer macht. Ich nahm ohne ein Wort zu sagen meine Jacke und ging raus. Das muss ich mir nicht geben lassen. Nicht von ihm. Als ich draußen war, liefen mir vor Wut tränen die Wange runter. Ich setzte mich an den kleinen Fluss, der gegenüberlag und starrte in das Wasser. Man konnte durch die Dunkelheit zwar irgendwie nichts sehen, aber das war mir egal. Nach einiger Zeit setzte sich wer neben mich. Ich guckte zur Seite und sah Bill. Ich war froh, dass er hier war. Richtig froh. Er legte einen Arm um meine Schulter. „Was ist los, kleine?“, fragte er mich mit einer ganz sanften Stimme.  „Drinnen... der blonde... es war Marvin. Weißt du, erst heult er mir einen vor, dass er mich immer lieben wird und dass ich ja an allem schuld wäre. Und jetzt hat er nichts Besseres zu tun, als mit meiner Erzfeindin rumzulecken. Ich fühle nichts mehr. Gar nichts mehr, aber trotzdem. Na aber eventuell war es besser so. Da habe ich wenigstens gemerkt was hinter seiner tollen, lieben Schale steckt. Nämlich ein Arschloch, der die Weiber eh nur verarscht. Ich hasse ihn. Wenigstens hat er mir selber meine Augen, dadurch was da drinnen passiert, geöffnet.“, sagte ich.
„Oh man, das tut mir leid für dich. Aber wenn er so was macht, ja, dann hast du einen besseren verdient! Ich verstehe ihn nicht, gut ich kenne ihn auch nicht, aber trotzdem. Ich könnte so etwas nie einem Mädchen antun. Ich finde man sollte auch Respekt vor einem Mädchen haben und nicht denken, nur weil er beliebt ist, kann man das jemandem antun. Naja muss er halt wissen, wenn er meint er brauch es. Tut mir leid.“, sagte Bill. „So sehe ich es aber auch. Und danke Bill. Ich hab dich echt Lieb!“, sagte ich und gab ihm einen Kuss auf die Wange. Er guckte vor Scham auf den Boden. „Nichts zu danken. Ich helfe dir gerne, soweit ich es kann. Hab dich auch Lieb!“  Ich wollte ihn jetzt nicht einfach so auf den Mund küssen. Mir kam es so vor, als wenn er dann denkt, dass ich aus Trauer wegen Marvin ihn jetzt haben wollte. Aber das stimmte nicht. Ich Liebe ihn und das habe ich eben grade wieder gemerkt. Es kribbelt immer noch. Er ist so süß.  „Lea?“, sagt Bill und weckte mich aus meinen Gedanken an ihn. „Ja, was denn?“, fragte ich.  „Soll ich reingehen und den anderen sagen, dass sie raus kommen sollen? Ich meine, du willst da doch nicht noch mal rein, oder?“ Ich überlegte. „Doch ich würde gerne noch mal rein. Aber wenn du den anderen bitte bescheid sagen könntest, ich müsste da noch mal zu wem anders?!“, sagte ich mit Vorfreude auf das, was gleich passieren wird. „Ja klar kann ich machen, aber wo willst du denn noch mal hin?“  „Ach das siehst du dann. Lass uns rein gehen.“, zwinkerte ich ihm zu. Als wir drinnen waren, sagte ich Bill noch einmal, dass ich jetzt zu dem Kerl dahinten gehe. Er wusste natürlich nicht wer gemeint war. Ich ging zu dem Kerl. Und klar, wer war es auch sonst, es war Marvin. Als ich hinter ihm stand tippte ich ihm auf die Schulter. „Lea... was willst’n du hier?“, fragte er und war schon etwas besoffen. „Sorry, aber wenn es dich nicht stört, ich bin mit meinen Freunden hier. Du ja wohl auch und du amüsierst dich ja wohl prächtig hier mit dem Flittchen, wie ich sehen kann!“, sagte ich. „Beleidige sie nicht. Ich weiß, dass du sie nicht leiden kannst, aber es ist meine neue Freundin und damit musst du wohl klar kommen!“, schrie er mich schon fast an. „Ach, das ich nicht lache. Ich kann beleidigen wen ich will. Und da bist’e aber gut über unsere Trennung hinweggekommen. Aber weißt du was ich muss damit gar nicht klar kommen, dass du die jetzt als deine neue Freundin bezeichnest. Sorry, aber ich bin damit schon klar gekommen. Und wenn du SIE, grade SIE, genommen hast um mir wehzutun... Tz da muss ich dich leider enttäuschen, das interessiert mich herzlichst wenig.“, schrie ich ihn noch lauter an und die anderen Leute guckten schon. Ich drehte mich zu Andi, Janna, Anna, Tom und Bill um. Anna zeigte mir nur ihren Daumen der nach oben war. Ich drehte mich wieder zu Marvin um. Ich sah ihn an, holte aus und gab ihm eine Backpfeife die gesessen hat, weil es etwas geknallt hat. Er hielt sich sofort die Wange. „Was... was...soll...“, er wollte was sagen, aber ich ließ ihn nicht ausreden. „Pscht Schatzi, schone du lieber deine Wange. Tut vielleicht besser.“, sagte ich mit einem gehässigen Lachen, drehte mich um und ging zu den anderen.

 

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